Über Ulaangom nach Osten

Bisher waren wir von China aus durch den Mongolischen Altai immer weiter in den Norden der gefahren. Jetzt, nahe der Russischen Grenze wenden wir uns nach Osten Richtung Ulaanbatar. Bis dahin sind wir aber noch zwei Wochen unterwegs. Die Piste führt uns durch hügeliges Gelände. Unser Begleitfahrzeug fährt voraus.

Die Strecke führt immer weiter aufwärts und wir kommen an einer Abfahrt an, die sehr beeindruckend wirkt. Man kann die Piste erahnen und wie sie sich über die Ebene in viele Spuren verteilt. Einfach grob die Richtung und dann die Spur, die einem am besten erscheint.

Wir halten kurz an, um die Aussicht auf uns wirken zu lassen. Ein weites weites Land und dann sehen wir eine große Herde mit Schafen und Ziegen.

Während wir die Spur herunter Fahren sehen wir die Herde aus der Nähe. Schafe über Schafe und dazwischen Ziegen.

und auch der Hirte ist nicht weit, mit einem PS unterwegs

Wir durchqueren die Senke und kommen am Ulaan Dava, dem Roten Pass auf 1950m an. Und auch hier halten wir an, umrunden den beeindruckenden Ovoo und sind nicht die einzigen. Einige andere Reisende schließen sich an. Vorwitzige Ziesel sausen überall herum und passen auf, dass die kreisenden Milane sie nicht erwischen.

Buddhistische Glücksschals – Khataks – sind als Opfergabe auch sehr beliebt und flattern im Wind.

und auf dem Rauchopferofen (sperriges Wort) ach was, der Ofen für die Rauchopfer ist ein tibetisches Mantra. Der Buddhismus ist in der Mongolei sehr verbreitet und damit neben der Kyrillischen Schrift mit Abwandlungen für den Alltag auch die Tibetische Schrift. Hin und wieder sieht man die ursprüngliche Mongolische Schrift, die ein wenig wie Arabisch Senkrecht aussieht. Und um das ganze noch zu verkomplizieren wurde im 17 Jahrhundert die Sojombo Schrift entwickelt. Sie ist relativ kompliziert, allerdings ist das erste Zeichen dieser Schrift das Staatswappen.

Martin erzählt uns während der langen Fahrpassagen vieles über die Mongolei, die Geschichte, den Buddhismus und auch das Leben hier. Neben den vielen Eindrücken der Landschaft ist das unheimlich viel Input. Auch wenn es vielleicht so aussieht, als ob die Landschaft eintönig wäre, so ist sie es nicht. Farben der Steine, Bergkämme wechseln sich mit weiten Gebieten ab und der Blick kann in die Weite schweifen.

Wir machen uns auf den Weg Richtung Ulaangom und der Boden wird rötlich und es wachsen Bäume. Lerchen über Lerchen.

Voraus ist die Ebene zu erahnen die wir noch durchqueren müssen.

bevor wir dann in Ulangom ankommen, um zu Tanken, Einzukaufen und zu Mittag zu essen. Am Stadtrand sind viele Jurten zu sehen. So wie ich es in allen Städten bisher gesehen habe. Die Mongolen lieben in ihren Jurten und geben sie auch in den Städten nicht auf. Und ein Ruf schallt durch den Bus – Wir haben Empfang! Handys raus und die Bilder im Whatsapp Status teilen.

Einkaufen ist richtig modern, ein riesiger Supermarkt mit allem was man so braucht. Motorräder, Campingartikel, Lebensmittel, Getränke und auch Gurken aus dem Hainich. Eine Mitreisende ist so konsterniert, das beschäftigt sie noch die nächsten Tage und immer wieder hören wir sie murmeln “Hainich” und den Kopf schütteln. Es gibt auch einen Imbiss dort, bei dem wir uns was zum Mittagessen holen. Ich halte mich an das Mongolische Essen – Buuds – gedünstete Teigtaschen, mit Hack und Knoblauch gefüllt. Ich finde das sehr lecker – ist nur nichts für Vegetarier.

Ab hier sind wir wieder auf geteerter Straße unterwegs und es geht zügig voran. Das Wetter ist durchwachsen und immer wieder ziehen Wolken durch und hin und wieder ein Schauer. Wir fahren also weiter und kommen am Chjargas Nuur, einem großen See vorbei, der offensichtlich auch Naherholungsgebiet ist, denn mitten im Nichts sind Camps und Parkplätze.

Das Tor ist komplett gerade und parallel zum Untergrund, auch wenn es vielleicht nicht so aussieht, denn das Gelände ist abschüssig.

Wir stapfen durch das Kies Sand Gemisch, einmal an das Ufer und wieder zurück zum Rotel, damit wir noch ein wenig weiter kommen. Leider wird das Wetter nicht besser und die Schauer werden häufiger.Irgendwann biegen wir von der Straße ab und fahren querfeldein in einen geschützten Canyon. Hier sind wir von Steinen umgeben und werden auch von der Straße nicht gesehen.

Das Geweih des Argali Schafes haben wir beim durchstreifen der Gegend gefunden und als unseren persönlichen Beschützer vorne am Auto auf der Seilwinde befestigt. Beim Aufbau spannen wir auch die Regenplane mit auf, damit wir unter Dach essen können. Die Tische werden eng an eng gestellt. Ich hatte eigentlich auf sommerliches trockenes Wetter und nicht auf die Regenzeit gehofft, aber unverhofft kommt oft.

Dafür ist das Essen heute Abend um so besser. Kartoffeln, Salat, Eintopf und Hammel Frikadellen.

Wenigstens das Essen hebt die Laune, wenn schon nicht das Wetter.

Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass am Abend relativ früh Schluss ist. Die meisten sind schon um 9 Uhr in der Koje. Ein paar Unerschrockene müssen noch das Mongolische Bier verkosten und sind ein wenig länger auf.