Ruhetag am Üüreg Nuur

Heute steht auf dem Plan: Nichts

Also jedenfalls nicht auf dem offiziellen Plan. Ich nutze die Zeit, um die Bilder von der Kamera zu sichern, einmal durchzuschauen, was gut und nicht so gut ist und mein Tagebuch der letzten Tag noch fertig zu schreiben.

Im Camp lerne ich zwei Engländer kennen. Vater und Sohn, die mit dem Motorrad unterwegs sind. Mit dem Flieger sind sie nach Ulan Bator, dann weiter nach Khovd. Dort haben sie zwei Motorräder geliehen und sind jetzt unterwegs. Eines der Motorräder streikt und ist nicht zum Starten zu überreden. Sie warten auf einen Mechaniker, der aus der Gegend ist und demnächst vorbei kommen soll.

Zeit ist etwas sehr dehnbares hier draußen in der Steppe. Und letztlich schaffen sie es doch denn Fehler in dem Motorrad zu finden. Ich finde es mutig sich mit örtlichen Motorrädern mit 13 PS quer durch die Steppe auf den Weg zu machen. Aber es funktioniert offensichtlich gut.

Man könnte sich eine der Blockhütten mieten, um darin zu schlafen, aber ich fühle mich in meiner Rotel Koje ganz wohl. Strom und warmes Wasser gibt es nur, wenn der Generator da hinten in der Jurte läuft.

Noch ein paar kleinere Hütten und dann gehe ich zum Seeufer. Naja zumindest versuche ich es, denn die Stechmücken am Uferstreifen sind ziemlich aggressiv und ich trete schnell den Rückweg an.

Auf der Insel brüten Vögel und die Rufe schallen bis ans Ufer. Ein paar aus unserer Gruppe beschließen eine Wanderung zu machen und ziehen zu den nahegelegenen Bergen – aus der Richtung, aus der wir gekommen sind, nicht die russische Seite – und kommen nach Stunden ziemlich geschafft an. Entfernungen sind hier so schwer zu schätzen.

Nach dem Abendessen genießen wir den Sonnenuntergang in gebührendem Abstand von den Stechmücken. Interessante Diskussionen mit den Mitreisenden über Gott und die Welt und dann ist es auch schon dunkel.

Die Wolken haben leider den Blick auf die untergehende Sonne versperrt, aber das Abendrot und der Mond sind auch beeindruckend. Ich versuche noch etwas länger zu warten, um Sterne zu sehen, aber im Sommer ist das so wie bei uns. Es dauert einfach bis es richtig dunkel wird. Erst richtig spät sehe ich dann mehr Sterne und genieße die Aussicht.

Zeit Schlafen zu gehen.