Wir sind von Mittwoch bis Mittwoch geflogen und hatten so ein Wochenende, an dem wir nicht in die Arbeit mussten. Der Samstag wurde gleich für ein Teamevent genutzt – nicht nur die Kollegen die für mein Team arbeiten, sondern alle die für uns arbeiten waren eingeladen und so waren wir etwa 90 Personen im Blue Lagoon Beach Resort in der Nähe vom Strand.
Baden ist an diesem Strand verboten, da es gefährliche Unterströmungen gibt also bin ich wieder zurück ins Resort und habe die üppige Vegetation bestaunt.
Und ein Blick ins Resort
Zusammen mit den Kollegen haben wir dann einen tollen Tag verbracht. Es wurde Cricket gespielt, es wurden Gruppenspiele gemacht und wir hatten sehr viel Spaß. Natürlich gab es Mittags Buffet und als ich mir dann Chillis auf den Teller gelegt hatte, waren einige Kollegen schon skeptisch und haben mich ganz genau beobachtet, ob mir der Kopf explodiert oder sonst was komisches passiert.
Ich habe sehr viele Bilder mit den Kollegen gemacht, aber die werde ich hier nicht zeigen.
Immerhin sind wir dann am Nachmittag noch mal an den Strand und ich konnte nicht widerstehen und doch zumindest meine Füße in den Golf von Bengalen zu stellen. Ein paar der Kollegen haben es dann auch gemacht, aber der verrückte Deutsche war der erste…
Mit ganz viel Zoom habe ich eins der Fischerboote etwas größer ins Bild bekommen.
Zum Ende des Teamevents wurden noch alle Kollegen geehrt, die im Oktober und November Geburtstag gehabt hatten. Vom November Kuchen habe ich ein Stück abbekommen.
Der Rest der Feier war dann Tanzen zu indischer Musik, Spaß mit den Kollegen haben und einfach die Wärme genießen. Irgendwann sind wir dann aber zurück ins Hotel und der Tag ging zu Ende.
Wenn man das erste Mal nach Indien kommt, ist vieles Neu, Anders, Überwältigend, Bunt, Laut. Morgens der Blick vom Hotel auf die Rajiv Gandhi Straße, eine der größeren Straßen in Chennai.
Hinter dem Hotel, sieht es dann schon ganz anders aus.
Und ein Stückchen weiter findet sich dann ein kleiner Tempel oben auf einem Haus. Es ist ein Suchbild, aber um den Tempel leichter zu finden, einfach links von den Metallrohren suchen.
Autofahren in Indien darf ich nicht – mein Führerschein wird nicht anerkannt, dazu bräuchte ich den Internationalen Führerschein, aber der Verkehr in Indien ist ziemlich herausfordernd, deswegen ist es gut einen Fahrer oder Fahrdienst zu haben.
Die Straße hat so viele Spuren wie Fahrzeuge nebeneinander passen. Hupen ist nur eine freundliche Info, dass man links oder rechts oder wo auch immer vorbei fährt.
Deswegen hatten wir für die Fahrt vom Hotel zur Arbeit immer einen Fahrdienst. Ich glaube das war besser so. Am Anfang ungewohnt, aber als ich den Verkehr das erste mal erlebt habe, war das sehr okay für mich.
Nachts ist das noch beeindruckender, wenn man die Lichter sieht. Der Blick aus dem Hotel ist spannend und die Dunst und Lichtglocke sind ein bisschen anders, als das was ich in meinem kleinen Dorf zuhause in Deutschland so sehe. Chennai ist bei weitem nicht die größte Millionenstadt in Indien aber schon deutlich größer als Berlin.
Vor meiner ersten Reise habe ich viele gute Ratschläge bekommen, ganz besonders vorsichtig zu sein und die Hygiene zu beachten, damit es mir nicht so geht wie unserem Landesherren bei seinem Besuch in Indien. Letztes Jahr hatte ich schon meine Erfahrungen gesammelt und mich schon sehr darauf gefreut.
Frühstück im Hotel mit typisch Südindischen Dingen, Idli – gedämpfte Reisteilchen, Gebackene Linsenteigringe, gebackenen Käse, Tomaten und Kokos Chutney. Sieht nicht so beeindruckend aus, aber geschmacklich einfach toll. Natürlich sollte man ein bisschen mehr als mitteleuropäische Schärfe vertragen.
Es gibt leider kein Wasser mit Kohlensäure, das ist ein typisch Deutsches Ding, deswegen stilles Wasser, oder Tee, oder Chai – Tee mit Milch.
Mit den Kollegen sind wir regelmäßig zu Mittag zum Essen gegangen. Letztes Jahr waren sie noch deutlich vorsichtiger, ob ich das indische Essen mag oder vertrage. Dieses Jahr wussten sie dass ich die südindische Küche liebe.
Essen wird auf Tellern in der Mitte des Tisches serviert und jeder hat vor sich ein Bananenblatt und nimmt sich was ihm so schmeckt. Hier Hühnchen gut gewürzt und gebraten. Chicken 65
Zusammen mit meinem Kollegen haben wir dann die Lieferdienste ausprobiert, die in Indien gerade boomen und haben uns Abends etwas ins Hotel liefern lassen. Das war auch ein Fest.
Reis, Naan, Pepper Chicken, Chilli Chicken, und gaaanz viele Saucen und Dips. Irgendwie war das für uns zwei mehr als reichlich und auch geschmacklich ganz toll.
Schon beim letzten mal hatten wir Gewürzmischungen mitgenommen, damit wir den Geschmack auch in Deutschland nachkochen können. Dank einem anderen Kollegen kenne ich mittlerweile einen Laden in Nürnberg, wo ich diese Gewürze auch bekomme.
Zum Abschluss der Dienstreise waren wir als Team gemeinsam Essen in einem etwas besseren Restaurant und haben es uns noch mal richtig gut gehen lassen. Es gab Vorspeisen, Suppen und ganz viele andere leckere Sachen.
Tomaten Ingwer Suppe – ich liebe Ingwer und bin bei Tomaten immer skeptisch, aber das war super lecker. Daneben liegt ein Crab Lollypop
Große Schüsseln mit Pepper Chicken, Paratha, Butter Chicken, Mutton Raan, Chicken Tikka Masala, Mutton Drum Biryani und noch viele andere Sachen die heiß Dampfend serviert wurden.
Es wurde fleißig geteilt und weitergereicht – hast du das schon probiert? Das musst du noch Essen, und das hier ist auch toll. Und die Kollegen hatten Recht. Irgendwie hat alles gut geschmeckt.
Nachspeisen mit Grieß, Pistazie und Zuckersirup, Pistachio Kunafa – alternativ ein leckeres Eis mit Früchten und Nüssen, eine Mini Falooda
Das Essen in Indien ist für mich immer ein Highlight.
Vor knapp zwei Jahren haben wir in der Firma mit Offshoring begonnen. Kollegen in Indien, um genauer zu sein in Chennai. Die Kollegen sehen wir tagtäglich in Teams Meetings und tauschen uns regelmäßig aus. Es geht aber nichts über ein persönliches Kennenlernen vor allem auch, um die Kultur im Süden Indiens kennenzulernen.
Letztes Jahr war ich bereits in Chennai gewesen und ich habe mich schon sehr darauf gefreut, die Kollegen wieder zu sehen. Es ist kein Urlaub aber dennoch bleibt ein bisschen Zeit, um mehr als nur das Büro zu sehen. Erste Etappe mit dem Flieger von Frankfurt über Dubai nach Chennai fliegen.
Über den Wolken scheint immer die Sonne. Irgendwer hatte es eiliger als wir und hat uns überholt. Auf FlightRadar sah das deutlich enger aus, als beim Blick aus dem Fenster, überraschend war es doch.
Zwischenlandung in Dubai und der Blick von oben auf die hell erleuchtete Stadt ist sehr beeindruckend. Bevor es dann weiterging durften wir in der Business Class in die Lounge und entspannt auf das Boarding für den Flug nach Chennai warten.
Nicht mehr lang, dann landen wir in Chennai. Durch die Zeitverschiebung und die Flugzeit ist es ungefähr 2 Uhr Ortszeit. Am nächsten Tag, also eigentlich nur ein paar Stunden später waren wir dann im Büro. Die Abholung vom Flughafen und der Transfer zum Hotel hat gut geklappt und dann hieß es einfach nur so schnell wie möglich ein bisschen Schlaf bekommen.
Heute ist der Urlaub endgültig vorbei. Wir kommen ein letztes Mal aus den Kojen im Rotel raus. Frühstück, Abspülen und aufräumen. Aber Abbauen müssen wir nicht mehr. Dafür Betten und Matratzen abziehen und aus den Kojen holen. Alles andere haben wir gestern schon vorbereitet.
Die letzten Teile noch in die Koffer packen. Ganz besonders die Waschtaschen mit Flüssigkeiten, damit wir keinen Ärger mit dem Handgepäck bekommen. Und dann warten wir auf den Bus. Es ist der selbe kleine gelbe Bus, mit dem wir gestern unterwegs waren.
Alle Koffer kommen in die letzte Sitzreihe und werden ordentlich hoch gestapelt. Dann werden wir rein gestapelt und unser Handgepäck nimmt auch noch einigen Platz in Anspruch. So machen wir uns auf den Weg zum Flugplatz. Ungefähr 50 Kilometer entfernt und nach einer guten Stunde sind wir da.
Da wir langen Aufenthalt in Peking haben werden und wir den Flughafen verlassen rätseln wir, ob wir unser Gepäck bis Frankfurt durchbuchen können, oder ob wir es in Peking holen müssen. Wenigstens das müssen wir nicht und unser Gepäck macht sich auf die lange Reise.
Während wir so warten fallen uns zwei japanische Maschinen auf. In den letzten Tagen war der Japanische Kaiser zu besuch und nun auf dem Rückweg. Selten genug, dass man die Ehrengarde so sieht. Die Duty Free shops mit Kaschmir Sachen sind deutlich teuerer als das was ich im Laden gezahlt hatte, also auch da alles richtig gemacht und dann geht es auch schon in den Flieger.
Der Flug war etwas unruhig und als ich irgendwann die Toilette besucht habe ist das Anschnallzeichen angegangen. Ach nee… muss das sein. Schnell schnell wollte ich auf meinen Platz, da wurde es schon sehr holprig und die Stewardess bedeutete mir im Klo zu bleiben. Als es ruhiger wurde bin ich raus und wollte schon zum Platz gehen, als es wieder los ging. Die arme Stewardess hat mich runter gezogen und mir dann einen von den Flugbegleiter Plätzen gegeben. Letztlich konnte ich dann doch auf meinen Platz zurück. Gut dass ich keine Getränke am Platz gelassen hatte.
In Peking angekommen, das selbe Prozedere bei der Einreise. Meldezettel hatte ich mir schon im Flieger geben lassen und ausgefüllt. Passkontrolle, Visumsstempel im Pass und dann zum Ausgang. Irgendwie haben wir es geschafft alle beisammen zu bleiben und es ist niemand verloren gegangen.
Und dann kam unser Chinesischer Guide und hat uns abgeholt. Ein anderer als der in Urumqi. Ich merke schon dass es warm ist und als wir aus dem Flughafen raus kommen habe ich das Gefühl gegen eine Wand zu laufen. 35° extrem hohe Luftfeuchtigtkeit und ich merke schon wie mir der Schweiß ausbricht. Der Bus kommt und wir steigen in tiefkühl Klimatisierten Bus ein.
Wir sind auf unserer Sightseeing Tour durch Peking und kommen zum Sommerpalast. Der Palast ist die Sommerfrische der Drachenkaiser und ist etwas kühler als der Regierungspalast in der verbotenen Stadt.
Es sind sehr viele Menschen da, vor allem, wenn man so wie ich aus der Mongolei kommt.
Der Schweiß steht mir auf der Stirn, aber irgendwie gewöhne ich mich an die Temperatur. Irgendwie.
Mit etwas Glück und Geschick gelingen auch Fotos ohne Menschen
aber der Eindruck täuscht, es wird noch voller. Trotzdem ist die chinesische Gartenkunst beeindruckend.
Der Laubengang entlang des Kunming Sees ist voller Menschen. Und viele nutzen es für Fotoshoots. Das könnte mir auch Spaß machen.
Ein Blick über den See
So gehe ich den Wandelgang entlang
und auf halber Strecke ist ein prächtiger Pavillon
Ein paar Schritte abseits der Menschenmenge sind ruhige Ecken und die nutzen die Cosplayer in ihren historischen Kostümen. Das sieht so toll aus.
und dann sind da noch die zwei Mädels die sich nicht wirklich stören lassen. Diese Gelassenheit braucht man in diesem Trubel auch.
Ich spreche sie an und frage, ob ich sie Fotografieren darf und dann lade ich die Bilder von meiner Kamera schnell herunter und schicke sie den beiden. Ein Hoch auf die moderne Technik.
Dann muss ich aber auch schon weiter, denn wir haben einen Treffpunkt am steinernen Boot ausgemacht und es wird schon knapp.
Ich bin dann doch nicht der letzte der Gruppe, irgendjemand trödelt noch mehr herum. Aber dieser Park, dieser Garten ist einfach wirklich beeindruckend und ich glaube ich könnte hier Tage verbringen.
Schade dass wir so in Eile sind
aber wir müssen zum Ausgang, denn der Bus wartet dort auf uns. Alles durchgeplant.
Ich merke wie ich zurückfalle und beeile mich, aber das hier lässt mich nicht los.
Und dann sind wir mit dem Bus unterwegs zum Vogelnest. Dem Olympiastadion von 2008. Der Verkehr ist sehr dicht aber der Busfahrer und der Reiseleiter sind unbeeindruckt. Wir steigen aus und los gehts.
Eine beeindruckende Architektur und als wir ankommen sind viele Menschen unterwegs, denn im Stadion spielt eine Band. Boyband, Girlband, ich weiß es nicht aber das aufbrandende Ahhh und Ooohh ist bis draußen zu hören.
weiter zum anderen Ende des Olympiaparks, dort wo unser Bus auf uns wartet.
Da hoffen wohl noch ein paar auf Eintrittskarten, oder sind es Eltern die auf ihre Kinder warten? Mein Chinesisch ist zu schlecht, als dass ich das erfahren könnte.
“there are nine million bicycles in Beijing” und irgendwer muss die schließlich einsammeln. Und dann ein sehr hübsches E-Auto von Xiaomi. Die können nicht nur Handys bauen.
Im übrigen gibt es einige Elektroautos hier. Die erkennt man an den grünen Nummernschildern recht einfach. Schön und schnell. Bin mir nur nicht sicher was die gelben Aufkleber da sollen.
Und damit ging es dann auch zum Abendessen. Ein Lokal wo Einheimische Essen und wir zwei große Runde Tische bekommen haben. Schwein, Bohnen, Kartoffeln, Reis, Rind, mehr oder weniger Scharf und unheimlich lecker.
Das Essen wurde von Rotel gezahlt, nur die Getränke mussten wir selber zahlen und dank Alipay war das auch kein Problem. Es fühlt sich gut an, wenn man auch in der Ferne ganz normal zahlen kann.
Am Flughafen angekommen suchen wir unser Terminal aber wir haben noch reichlich Zeit, denn der Flieger geht erst um 2 Uhr früh.
Warten und warten und dann noch die Zeit totschlagen. Tagebuch schreiben, Bilder sortieren und etwas zu Trinken holen. Endlich ist es soweit und wir kommen los. Rein in den Flieger und um die Zeit eigentlich keinen Hunger mehr. Einen Tee und dann versuche ich etwas zu schlafen.
Beim Versuch ist es geblieben und ich schaue aus dem Fenster. Die Sonne geht auf, hinter uns aber die Erde unter uns erwacht allmählich.
In Frankfurt warten wir dann alle geduldig auf unser Gepäck. Keine Verluste, alle haben ihre Koffer und so verabschieden wir uns ein letztes mal und jeder geht seiner Wege. Ich zum Bahnhof und zum ICE nach Nürnberg.
Eine tolle Reise geht zu Ende und der Zwischenstop in Peking hat Lust auf mehr gemacht. Aber das wird eine andere Reise.