Der Tag fing an, wie es der Wetterbericht vorhergesagt hatte. Als ich Frühstück vorbereitet habe hörte ich die ersten Regentropfen aufs Dach klopfen. Deswegen sprach nichts dagegen heute den Ausflug zum Nordsee Aquarium “Nordsøen” in Hirtshals zu machen.
Aber erstmal die übliche Routine, Abspülen, Duschen bevor ich mich dann auf den Weg gemacht habe. Die Fahrt ist nicht weit hat aber trotzdem knapp eine Stunde gedauert. Bei Tempo 80 maximal auf der Landstraße ist das eben so. Der Verbrauch meines Autos dankt es mir und meinem Portemonaie. Und während der Fahrt besserte sich auch das Wetter.

Angekommen. Am Kreisverkehr waren neben dem Nordsøen auch die Fähren mit Fjordline und Colorline ausgeschildert. Es ist hier ganz nah am Fährhafen und über die Dächer hinweg konnte ich eines der Fährschiffe ausmachen.
An der Kasse das Ticket lösen, ein Booklet über die Nordsee, die Fische und was es sonst noch zu sehen gibt mit dazu gekauft und dann ging es erst mal rein. Wie üblich für die Fische angenehmer, etwas abgedunkelt. Ich habe erst mal an den Einstellungen der Kamera gedreht, damit ich wenigstens einigermaßen hübsche Bilder hin bekommen.

Ein kleineres Becken mit typischen Nordsee Fischen. Als ich ankam hatte gerade jemand von Oben Futter reingeworfen und die wilde Jagd ging los.

Man mag es nicht glauben, aber es leben auch Seepferde in der Nordsee. Alle Fische die hier in diesem Aquarium gezeigt werden, leben auch in der Nordsee. Manche Wandern über den Sommer ein und ziehen im Winter wieder in wärmere Gegenden, manche leben dauerhaft da.

So wie dieser Kamerad. Das Becken war sehr dunkel, denn der Hummer lebt auch ziemlich tief. Spannend für mich war ein Relief der der Nordsee zu sehen. Zwischen Deutschland, Dänemark und England ist die Nordsee nicht sehr tief. Irgendwo mittendrin ist die Doggerbank eine Untiefe. Dafür ist dann zwischen Dänemark und Norwegen eine tiefe Rinne mit etwa 700 Metern tiefe. Wieder was gelernt.

und dann war ich schon bei einer der Hauptattraktionen, das große Becken, mit 4,5 Millionen Litern Wasser Fassungsvermögen. So groß, dass auch einige kleinere Schiffswracks als künstliche Riffe und Verstecke für die Hummer und Langusten dienen. Ich war pünktlich zur Fütterung da und schon ging es los und ein Taucher ist ins Wasser gesprungen.

Es gab auch Erklärungen, wie das vor sich geht, warum mit Taucher und nicht einfach von oben rein gekippt wird. Erklärungen auf Dänisch und dann fragte der Guide, ob denn auch Gäste aus dem Ausland da wären – es waren genügend, dass er es auch auf Englisch erklärt hat. Sonst wäre ich ziemlich verloren gewesen.

Um den Taucher bildete sich ein Schwarm von Fischen, die natürlich wussten, was jetzt kommt. Die Kinder saßen wie gebannt davor und schauten mit großen Augen und einigem Gequengel zu.

Und dann ist der Tauchen bis zum Grund getaucht und hat die Fische gefüttert, die eben nicht hoch kommen. Würde man also das Futter von oben rein werfen würden die unten lebenden nichts abbekommen. Und bei der Gelegenheit schaut der Taucher auch noch den Zustand der Fische an, schaut bei den Langusten vorbei und dann ging er auch schon wieder raus.

Hier bekommt man einige Einblicke hinter die Kulissen. Und als ich schon mal da oben war, habe ich mir das geholt, was die Fische gerade hatten – Futter. Aber erst noch ein paar Bilder vom großen Aquarium.

Hier ein Blick auf eins der Wracks… und dann noch aus einer anderen Perspektive.

Aber jetzt, wie gesagt jetzt erstmal in der Cafeteria etwas zu Essen holen.

Den Kaffee konnte ich mir gleich mitnehmen, auf das Essen musste ich noch warten. Lustigerweise hatte ich die 42 bekommen. Ob das die ultimative Antwort ist? Essen oder nicht? Jedenfalls hatte ich einen Platz, bei dem ich das Aquarium von oben beobachten konnte.

Fish and Chips, Kaffee und ein wenig Lektüre mit Blick aufs Wasser. Der Tisch war auch nicht so frequentiert und die meisten Familien mit ihren Kindern waren im großen Hauptraum vor der Küche. Gestärkt und mit neuen Informationen bin ich dann weiter. In einer Stunde sollte die Fütterung der Robben sein.

Der Tunnel unter den Robben Becken. Links die Seehunde, rechts die Kegelrobben. Die beiden Robbenarten, die in Dänemark vorkommen. Und an der Wasseroberfläche habe ich die Regentropfen von unten gesehen. Gut, dass ich im Trockenen war.

Und bei den Kegelrobben war es auch nicht leicht sie zu erwischen, denn die sind ganz schön flott unterwegs.

Jetzt traue ich mich dann doch raus, der Regen hat aufgehört und es wird wieder schön.

Der Blick von Oben auf das Seehundbecken. Das Hellblaue ist der Tunnel, durch den man das Becken von unten sehen kann. Und dann ging es mit der Fütterung auch schon los. Nebenbei wurde ein bisschen Training und Spiele mit den Tieren gemacht, um sie geistig ein wenig zu fordern. Das Becken gibt es sonst nicht her.

Raus aus dem Wasser, rein ins Wasser, hier ein Happen, da ein Happen. Und auch wieder die Erklärungen auf Dänisch und Englisch. Das Becken bietet viele Einsichten und Ansichten und es ist schon spannend die Tiere unter Wasser zu beobachten.
Nach der Fütterung hat sich die Menschenmenge etwas verteilt, die Kinder sind mit ihren Eltern im Schlepptau zum Spielplatz. Ich habe mir das Walskelett angeschaut. Vor der Küste war vor einigen Jahren ein über 17 Meter langer Finnwal gestrandet und gestorben. Obduktion und Untersuchung am Strand und dann das Skelett hier im Oceaneum.

Das muss ein beeindruckend großes Tier gewesen sein. Ein riesiger Schädel und dann die vielen Knochen bis ganz ans Ende. 17 Meter eben.
Als ich dann am Robben Becken vorbei gekommen bin habe ich ein Klatschen gehört und konnte es zuerst nicht einordnen. Wer sollte hier denn klatschen? Eine der Robben hatte sich wohl vollgefressen und auf den Stein in der Mitte gelegt und sich mit der Flosse auf den Bauch geklatscht.

Ich habe erstmal herzlich gelacht. So wie bei uns Menschen, wenn wir uns den Bauch halten. Die andere Robbe ist neugierig vorbei geschwommen und als ich so am Rand gestanden bin, wollte sie wohl was von mir.

Nein, ich habe heute keinen Fisch für dich. Also ich nicht, aber vielleicht die Tierpfleger hier. Die andere Robbe hat sich dann noch mit Robbenyoga versucht.

Und damit habe ich mich dann langsam auf den Weg zum Ausgang gemacht. Noch ein paar der Aquarien angeschaut, einen Blick in die Backstage geworfen. Das sind Becken, wo Fische sind, bevor sie in die großen Aquarien kommen.

Keine Ahnung was das für ein Fisch ist. Ich finde er sieht interessant aus. Schild war keins dran, denn die Pfleger wissen sicher was da in den Becken ist.
Es gab natürlich viele interessante Angebote für Kinder aber letztlich ist das eine Forschungseinrichtung die sehr interessante Arbeit leistet. Das Aquarium zeigt den Menschen, was für Wunder die Natur für uns bereit hält.
Zurück zum Auto, ganz entspannt zurück gefahren. Bevor es auf den Campingplatz ging noch einkaufen. Sonntags haben die Läden zwar auf, aber wenn ich schon unterwegs bin, kann ich das gleich erledigen. Jetzt habe ich dann auch die Supermärkte im Ort alle durch – Super Brugsen, Meny, 365. Leckere Sachen gibt es da.
Und als ich zurück gekommen bin, waren auf einmal neue Nachbarn da. Die Fähre aus Island war in Hirtshals angekommen und ein paar der Gäste sind auch in Løkken am Campingplatz gelandet.