
Unser Tagesziel ist der Taikhar Chuulu, ein Monolith mitten in der Steppe. Aber bis wir dort sind müssen wir erst mal unser Camp abbauen. Gestern war ein ziemlich durchwachsener Tag, viel Regen, viel Fahrerei und nicht sehr erbaulich. Dafür ist es heute Früh um so schöner. Die Sonne scheint und unser Frühstück im Sonnenschein ist ein toller Start in den Tag.

Die Landschaft ist so saftig grün und anders als das, was wir die letzten Tage in trockener Steppe gesehen hatten. Ein bisschen wie zuhause und doch ganz anders. Das Wasser im Fluss ist angenehm und der Start in den Tag is sehr angenehm. Am anderen Ufer ist Vulkangestein zu sehen das von Ausbrüchen der Khrogor Vulkans stammt.
Wir frühstücken auch später als sonst, denn die heutige Etappe ist nicht sehr lang.


Wir brechen auf und entlang der Stecke sehen wir große Herden mit Schafen, Ziegen und Pferden und ihre Hirten, mal auf Pferd, mal auf Motorrad.


Die Landschaft zieht an uns vorbei und scheint endlos weit. Die vielen Herden und vielen Tiere machen den Reichtum der Mongolei aus. Alles Nutztiere die jemandem gehören.

Und auch der Buddhismus ist allgegenwärtig. Eine Stupa mitten in der Landschaft.

Und dann kommen wir an der Schlucht des Chuluut Flusses an. Hier hat sich der Fluss eine Schlucht über 100 km in das Vulkangestein gegraben und einen beeindruckenden Canyon geschaffen.

Ein Ort, der auch von vielen Mongolen besucht wird, quasi ein touristischer Hotspot. Im Hintergrund ist ein Touristencamp zu sehen. Und vor der Schlucht ein Souvenirladen und ein Gedenkstein. Ich habe leider nicht herausbekommen, wofür genau.

Beeindruckend sind die alten Lärchen und die Gegend, es fühlt sich ein wenig wie Alpenvorland an.


Ich stöbere noch am Souvenirladen und finde einen Kühlschrankmagneten, den ich mitnehme, als die anderen sich schon auf den Weg entlang des Canyons machen. Ich nehme mir noch Zeit, um ein paar mehr Fotos zu machen und die Gegend auf mich wirken zu lassen. Ich steige in den Bus ein und es sind noch ein paar mehr, die nicht mit auf die Wanderung sind.

Während wir warten, entdecke ich ein paar Blümchen. Ich kann einfach nicht verleugnen, dass meine Eltern Gärtner sind, denn Grünzeug ob blühend oder auch nur anders finde ich immer interessant.

Martin und auch der Rest der Gruppe kommt allmählich an, und wir können aufbrechen und weiterfahren. Es ist schön, dass wir heute Zeit haben.

Wir fahren weiter durch diese beeindruckende weite Landschaft. Grün, weit, Lärchenwälder. Verstreut sind die Jurten der Mongolen zu sehen. Immer wieder ein paar zusammen. Es gibt eine Koch Jurte und eine Wohn Jurte… und manchmal mehrere Wohn Jurten, wenn eine größere Familie zusammen lebt.

und natürlich wieder große Herden am Wegesrand, diesmal Yaks. Diese großen haarigen Tiere, Grunzochsen und sie machen ihrem Namen alle Ehre…

und natürlich gibt es hier auch Pferde, denn irgendwoher muss die viele Stutenmilch kommen, die ich auf den Märkten gesehen habe.

Unterwegs kommen wir an einem Coffeeshop vorbei – ich finde die kyrillische Schreibweise spannend. Ich habe tief in meinen Erinnerungen graben müssen, denn das eine Jahr Russisch aus der Schulzeit war schon sehr lange her. Immerhin konnte ich die Schilder und Beschriftungen entziffern… langsam, sehr langsam

Auf dem Weg zum Mittagshalt, mitten in der Gegend.

Wir halten an. Es sind genügend Steine und Hügel da, um ungestört mal kurz zu verschwinden.

Natürlich kam auch hier der Hinweis, bitte nicht bis hinter den Horizont zu gehen.

Dass ich hier auf der Wiese Edelweiß finde hat mich erstaunt. Und es war nicht nur einer, es waren richtig viele.

Bei der Weiterfahrt überqueren wir noch einen Pass und sehen einen etwas ungewöhnlichen Owoo. Nicht nur Stein, sondern auch aus Baumstämmen. Und in der Mitte viel Platz für Dankesgaben, Opfergaben und Fürbitten.


Man sieht häufig, dass Geld als Opfergabe da liegt. Etwas verwunderlich, denn wer sollte denn das Geld bekommen, wer sollte es holen, ohne die Opfergabe zu entweihen. Anderseits sind es immer nur kleine Scheine


Und ein Schal mit den acht Symbolen des Glücks im Buddhismus. zu sehen sind Muschelhorn, endloser Knoten, Fische, Lotosblüte, Rad – die Symbole sind die Ashtamangala.
Und dann kommen wir auch schon sehr bald am Taikhar Camp an. Wir werden schon erwartet und an unseren Platz gelotst. So ein großes Fahrzeug muss ja schließlich ordentlich stehen und für heute Abend ist neben Duschen auch noch etwas besonderes geplant. Für uns wird eine Ziege geschlachtet, zubereitet und soll unser Abendessen sein.
Das ist der Monolith. Der Sage nach, soll ein Riese eine böse Schlange unter diesem Stein gefangen haben.

Wir überlegen beim Aufbau, ob wir die Regenplane mit aufspannen sollen, denn der Himmel zieht schon wieder zu und es wird windig.

Über die Sache mit der Ziege und dem Essen schreibe ich im nächsten Beitrag… ist nicht unbedingt was für einen schwachen Magen.
Nach dem Essen sind wir noch mal raus und zum Monolithen gegangen. Keine zwei Stunden später und es ist wieder klar und schön.


Um diesen Monolithen gibt es einige Touristencamps und auch die Mongolen selber kommen hier her. Weil es schon spät ist, ist nichts mehr los, aber vorhin sind noch Yaks und Pferde hier herumgetrieben worden, damit die Gäste was zum reiten haben und es gibt auch Zielscheiben fürs Bogenschießen. Reiten und Bogenschießen, zwei der beliebtesten Sportarten hier. Ringen ist noch beliebter, aber das kann man auch auf einer großen freien Fläche machen.

Zurück am Camp werfen wir noch einen Blick auf die Miet Jurten für Gäste, die nicht mit dem Rotel unterwegs sind.

Gute Nacht. Mal schauen wo es morgen hin geht…