Nachdem es in der Nacht etwas stürmisch war, ist der Morgen auf etwa 2300m Höhe nicht gerade warm. Unser Rotel steht auch noch im Schatten und es hat etwa 9°C. Die Fenster zu den Schlafkojen sind alle zu und wir bereiten das Frühstück vor. Ein Windschutz an der Küche und Peter stellt gerade den Topf mit heißem Wasser für den Kaffee hin.

Die Kamele sind nur ein paar Meter weiter und deutlich klüger, denn sie halten sich in der Sonne auf, um sich aufzuwärmen. Wir sind schon dabei wieder abzubauen, denn heute wollen wir Mittags in Ölgii einkaufen, um dann weiter Richtung Norden zum Uws Nuur zu fahren.

und los geht es. Während wir versuchen ein paar Aufnahmen von den Kamelen zu machen, fährt Peter mit dem Rotel schon mal los. Die Aussichten und die Weite in der Mongolei sind so beeindruckend, leider kommt das auf den Bildern nicht so schön zur Geltung

Dass wir hier ziemlich hoch sind, merkt man auch daran, dass selbst im Juni schneebedeckte Gipfel zu sehen sind. Da, rechts am Rand sieht man die Straße auf der wir weiter fahren werden.

Unterwegs nach Ölgii und ein kurzer Zwischenstop am Tolbo Nuur, ein See, an dem die letzte Schlacht der Weißgardisten gegen die Rotgardisten geschlagen wurde. Eine sehr blutige Schlacht und natürlich gibt es auch einen Gedenkstein dazu.

Martin unser Reiseleiter erzählt uns einiges über die Schlacht, über die Roten und die Weißen und unweigerlich musste ich an Dr. Shivago denken. Passend dazu gibt es natürlich auch einen kleinen Pavillon für ein Picknick mit Aussicht.

Unten der See und ein paar Touristencamps, in der Ferne schneebedeckte Berge der Buyant Uul ist knapp über 3600 m hoch. Aber jetzt geht es weiter, denn bis zum Ölgii sind es noch etwa 70 km.

Die vielen Stops sind auch unsere Pinkelpausen. Im Bus gibt es keine Toilette, und an solchen Rastplätzen gibt es die gute Mongolische Toilette – ein Blechverschlag, ein Loch im Boden und zwei Bretter darüber. Klopapier muss man schon selber dabei haben. Aber dieses mal habe ich mir einen freundlichen Felsen gesucht, denn die Bretter sahen mir nicht tragfähig genug aus.

Wir kommen in Ölgii an und unser Bus braucht Sprit. Die Tankstelle ist etwas außerhalb und wir haben einen schönen Blick auf die Stadt. Nach dem Tanken geht es noch zum Wasser fassen, unsere Küche braucht schließlich auch was. Das machen wir bei Freunden von Magna, dem Fahrer unseres Begleitfahrzeugs. Das ist in der Mongolei Pflicht, denn im Fall der Fälle soll es Hilfe holen können. Im Begleitfahrzeug ist auch unser Dolmetscher Enke.

Eine Stadt mitten in der kargen Landschaft, aber das täuscht, denn tatsächlich führt ein Fluss mitten hindurch und ist die Lebensader, Wasserversorgung und Grundlage für ein bisschen Landwirtschaft. Am Rande sieht man ummauerte Parzellen und Jurten drin. Im Zentrum ändert sich das Bild dann sehr. Das Rotel wir auf einem Parkplatz abgestellt und zieht alle Blicke auf sich. So ein großer Roter Bus in dem auch noch Europäer drin sind, ist schon was außergewöhnliches. Erst mal einkaufen für die nächsten paar Tage. Snacks, Kandierte Früchte, Wasser und Bier, danach Sightseeing.

Am Hauptplatz steht ein Denkmal im typisch Sowjetischen Stil. Die Mongolei war bis zum Fall der Sowjetunion auch kommunistisch. Mittlerweile ist es eine Demokratie, aber immer noch sehr abhängig von den beiden großen Nachbarn China und Russland.

Es gibt auch einen typischen Markt, wo man alles, aber auch wirklich alles für den täglichen Bedarf kaufen kann. Wir haben reichlich Zeit, die Stadt zu erkunden. Der Hauptplatz, der Markt, Mittagessen und ein örtliches Museum besuche ich. Viele interessante und spannende Eindrücke

Mandolinen, Ukulelen, hmmm, wie die Instrumente wohl heißen?

Süßigkeiten stehen hoch im Kurs

und jeder hier hat ein Handy. Was mich aber ein wenig wundert, denn außerhalb der Städte und Siedlungen ist kein Empfang mehr. Etwas was ich gelesen hatte aber es ist etwas anderes das auch selber zu erleben.

Mittagessen – die Mongolische Küche ist nicht besonders aufregend aber sehr bodenständig und lecker. Gefüllte Teigtaschen und eine gute Suppe. Macht jedenfalls hervorragend satt. Und dann geht es auch schon weiter. Hinter Ölgii endet die Teerstraße und die Piste beginnt.

Ein wenig langsamer als auf der Straße, ein wenig holpriger aber immer noch gut. Unser Fahrzeug ist dafür bestens gerüstet. Richtig große Reifen, Allrad Antrieb und einen guten Fahrer.

Wir fahren am Fluss entlang und in unmittelbarer Nähe is auch noch Vegetation, Bewuchs, Wiesen, einige Herden und nur ein paar Meter weiter ist es trocken und karg.

Kurzer Halt, um ein paar schönere Bilder machen zu können. Natürlich auch von unserem Fahrzeug. Man beachte die Deutschen Kennzeichen.

Aufsitzen, weiterfahren. Ich sitze auf Platz 20 – letzte Sitzreihe, hinten Rechts. Es gibt 20 Schlafkojen, eine Koje ist für Material, aber der Fahrer und Reiseleiter müssen auch irgendwo schlafen und dafür ist die letzte Sitzreihe vorgesehen. Aber weil wir nicht ausgebucht sind, kann ich meinen Krempel abends liegen lassen und muss nichts wegräumen. Und am Fenster, ungefähr in der Mitte des Fahrzeugs habe ich einen guten Blick.

Rechts ist noch ein wenig Grün zu sehen, aber auch das wird weniger und weniger und die Gegend immer trockener.

Es schaukelt, es holpert und ein paar mal müssen wir uns festhalten, aber alles bleibt an seinem Platz und wir kommen gut voran. Martin meint, dass wir bald am geplanten Übernachtungsplatz ankommen.

Wieder werden wir abseits der Piste in einem Tal stehen. Geschützt vor neugierigen Blicken und Wind und Wetter.

Irgendwo da hinten ist die Piste, von der wir abgebogen sind. Die Berge um uns herum sind aus rotem Granit und so schwer unser Fahrzeug auch ist, es hinterlässt in dem trockenen, harten Steppenboden kaum Spuren.

Und schon stehen wir an unserem Übernachtungsplatz, mit 1660m deutlich tiefer als der letzte Platz und auch deutlich wärmer.

Zum Abendessen gibt es Hähnchen Schlegel und ein Gemüse-Linsen-Risotto. Jeder bekommt reichlich und wir sitzen so da und rätseln, ob die Reste vergraben werden können und verrotten, denn wir hatten schon einige Knochen und Skelette gesehen.
Auf den Gipfeln saßen einige Milane, die hier in der Mongolei sehr häufig zu sehen sind und einer kreiste über uns. Da hat dann jemand einen Knochen hoch geworfen und der Vogel hat ihn sich im Flug geschnappt. Eine spektakuläre Show, die wir noch ein paar mal wiederholt haben. Die Vögel sind heute Abend jedenfalls satt geworden.
Der Platz ist auch sehr gut für ein Lagerfeuer. Brennmaterial liegt auch reichlich herum – getrockneter Dung. Ein paar dünne Zweige und Papier zum anheizen und dann halten wir das Feuer mit dem Dung in Gang. Jeder durfte mal los ziehen und ein bisschen sammeln. Dazu ein Bierchen und ein gemütlicher Abend ging zu Ende.