Kystbatteri

Vom Campingplatz aus führt eine Treppe zum Strand hinunter. Liebevoll mit einem Schild “Stairway to heaven” ausgeschildert. 75 Stufen runter und danach auch wieder rauf. Der Wind bläst heute ordentlich und das Meer rauscht und hat weiße Schaumkrönchen.

Nach Norden geht es Richtung Knude Fyr, nach Süden Richtung Løkken. Jetzt ist erstmal Richtung Süden auf dem Plan.

Entlang der Dänischen Nordseeküste sind Bunker, die Teil des Atlantikwalls waren. Nach etwa 80 Jahren sind diese gigantischen Betonklötze der Erosion zum Opfer gefallen und liegen wie verstreute Spielzeuge am Strand.

Ich gehe an dem ersten Betonklotz vorbei und sehe am Strand entlang noch einige weitere Bunkerreste liegen. Eine ganze Küstenbatterie.

Größer, Kleiner und teilweise nur noch ein Rest im Wasser.

Mit dem Wissen um die Geschichte, um den militärischen Zweck der Anlage fühlt sich das surreal und seltsam an hier einfach dazwischen spazieren zu können. Damals war das sicher Sperrgebiet.

Da standen einmal große Geschütze und haben aufs Meer hinaus gezielt. Jetzt sind sie Wind und Wellen ausgesetzt und dort wo der Stahl an der Oberfläche zu sehen ist blüht der Rost.

Es sind auch reichlich Graffiti zu sehen. Bunt oder einfach nur Schriftzüge. Dazwischen das Wasser das durch die Gezeiten stehen bleibt.

Ob das hier als Blick in / durch die Vergangenheit zählt?

In jedem Fall sind diese Betonklötze beeindruckend und eine Erinnerung an das, was mal war.

Gut dass die Sonne scheint, das Wetter hilft einem, dass ich nicht schwermütig werde. Hin und wieder sind ein paar Kinder da, die begeistert auf die Reste herauf klettern oder in die Öffnungen rein gehen.

Ich habe kein Verlangen danach und mache mich allmählich wieder auf den Weg zurück und da liegt dann noch so ein Klotz, als ob ihn jemand achtlos weggeworfen hat.

Strandgut…

Die Bunker habe ich hinter mir gelassen und bin schon fast wieder bei der Treppe zum Campingplatz, da kommen mir die ersten Paraglider entgegen

Bei traumhaftem Wetter, ordentlich Wind fliegen sie direkt hinter dem Campingplatz auf und ab. Am Eingang zum Campingplatz steht ein Schild dass auf die örtlichen Regeln für Paraglider hinweist. Hier ist das also üblich.

Ich bin etwas schnaufend oben angekommen, da rauscht schon einer über mich hinweg. Und mir kommt jemand mit seinem Schirm im Rucksack entgegen der an den Strand möchte. Bei einem kurzen Plausch erzählt er, wie toll das fliegen ist. Er ist sichtlich begeistert und es macht ihm viel Freude. Wer möchte denn bitte schön nicht auch fliegen können.

Ich bleibe noch eine Weile am oberen Aussichtspunkt und genieße die Sonne, den Wind und die Flieger

und den Blick auf die Wellen. Das Rauschen ist selbst hier oben, etwa 15 Meter über dem Strand noch sehr deutlich zu hören.

Was für ein schöner Fleck Erde hier.

An der Jammerbucht

Der Urlaub dieses Jahr ist anders als meine anderen Skandinavien Urlaube. Keine Fähre, nicht die übliche Strecke nach Rostock. Nein, dieses Mal ging es die A7 hoch bis Flensburg. Da habe ich einen Freund besucht und in seiner Einfahrt mit meinem Wohnwagen übernachtet. Er musste am Freitag in die Arbeit und so haben wir uns schon am Donnerstag Abend verabschiedet.

Freitag früh ging es nach dem Morgenkaffee zügig los. Noch einmal Tanken und dann über die Grenze nach Dänemark. Und kaum über die Grenze ist der Verkehr sofort deutlich entspannter. Keine Raser, keine Drängler, aber das ist mir mit Wohnwagen sowieso egal. Die dänischen Parkplätze entlang der Autobahn sind sehr empfehlenswert. Sauber, ordentlich und die Toiletten klasse. Sie kommen zwar noch nicht an die in Norwegen ran, aber das ist dann Jammern auf hohem Niveau.

A propos Jammern – der Campingplatz den ich mir ausgesucht habe, hatte eine negative Bewerbung, weil es keine Kinderanimation in der Hauptsaison gab. Das war für mich überzeugend genug, dass das genau der Platz ist, an den ich möchte und er liegt an der Jammerbucht.

Der Name Jammerbucht kommt daher, dass im 19. Jahrhundert etliche Schiffe entlang der Küste gesunken sind und es viel zu Jammern und Klagen gab. Ich jedenfalls kann nicht klagen. Am Platz angekommen wollte ich einchecken, aber es hing nur ein Schild da: Lieber Gast, bitte such dir einen Platz aus, stell dich hin und komm dann um 16 Uhr zum Check in.

Da stehe ich also. Hinter dem Wohnwagen die Düne und etwa 20 – 30 Meter tiefer dann das Meer. Mit Blick nach Westen kann ich den Sonnenuntergang beobachten. Aber erstmal den Platz erkunden. In der Vorsaison sind nicht viele Gäste da und die Auswahl an freien Plätzen ist groß.

Durch die Dünen führen schmale Pfade zwischen Rosa rugosa hindurch zu schönen Plätzen an denen ich einen wunderbaren Blick über die Küste habe.

Am Strand müht sich ein Gleitschirmflieger mit dem Abheben oder auch nicht Abheben, das lässt sich für mich nicht so genau feststellen. Der Wind bläst ordentlich und ein paar Mal macht er kleine Hüpfer.

Richtung Løkken sind dann Bunkerreste zu sehen und wilde Wolken schieben sich über den Himmel.

Ich wandere noch ein wenig durch die Dünen und entdecke einen Sitzplatz. Das wird hübsch.

Zurück zum Wohnwagen sehe ich ihn über die Büsche ragen.

Ein Blick zurück zum Meer und dann mache ich mich auf den Weg zum einkaufen.

Der Supermarkt ist nicht sehr weit weg und nachdem ich sowieso für die ersten Tage versorgt bin, habe ich nur ein paar Kleinigkeiten mitgenommen. Gebäck, Krabbensalat, Skågen Salat und ein paar Kekse. Es ist auch eine Tankstelle beim Supermarkt. 16,09 Kronen, ungefähr 2,15€ pro Liter. Einmal werde ich ums Tanken nicht drum herum kommen.

Aber jetzt erstmal Bilder sichten, Blog schreiben und dann den Abend genießen.

Urlaubspläne und Vorbereitungen

So ein Urlaub beginnt nicht mit dem ersten Tag der Reise, er beginnt schon sehr viel früher. Und so war es auch 2026, eigentlich schon im Winter, als ich mir überlegt habe, wo die Reise im Sommer 2026 hin gehen soll.

Letztes Jahr die Mongolei war ein Highlight, dafür sollte es 2026 wieder ein Urlaub im Wohnwagen werden. Schweden war erst in Planung. Erst Bornholm, dann Öland, dann Gotland und irgendwann habe ich alle Pläne über den Haufen geworfen und mich für Nordjütland entschieden. Durch den Norden Dänemarks bin ich schon mal gefahren und die Gegend war toll, aber so richtig hatte ich es mir nicht angeschaut.

Bei den Recherchen habe ich einige der Highlights auf meine Liste gesetzt, die ich unbedingt besuchen möchte. Mal schauen, was ich alles besuchen kann.

Aber bevor es so weit war musste ich noch meinen Wohnwagen vorbereiten. Grundreinigen, Vorräte prüfen und aufstocken, Bad und Küche überprüfen und dann in der Woche bevor es losgehen sollte auch die Klamotten und was mir sonst noch eingefallen ist einpacken.

Als es dann zu Fronleichnam losgehen sollte fühlte ich das komisch an. In der Früh musste ich nur noch die Kühlbox und meine Fototasche ins Auto tragen, den Wohnwagen anhängen und los ging es. Weil ich alles in den Wochen davor schon vorbereitet hatte, hatte ich das Gefühl dass ich bestimmt irgendwas vergessen hatte.

Und selbst wenn, ich bin nicht aus der Zivilisation raus und sollte ich wirklich etwas vergessen haben und sollte es wirklich notwendig sein, dann gibt es in Dänemark auch Geschäfte wo man Dinge kaufen kann.

So bin ich also losgefahren.

Es geht zurück

Die nächsten Tage waren dann wieder normal arbeiten. Die Arbeitsweisen der Kollegen besprechen, mit den kulturellen Eigenheiten kämpfen und viele tolle Gespräche geführt. Es ist jedes mal schön dort zu sein und zur Verabschiedung kommen wieder alle zusammen, es wird eine Rede gehalten und wir werden ganz offiziell verabschiedet. Es sind die kleinen Gesten die mich beeindrucken.

Mein Koffer war gepackt, ein paar Einkäufe hatte ich noch im Koffer untergebracht, aber dann kamen die Kollegen und haben mir noch ganz viel mit gegeben. Gut, dass ich in der Business Class zwei Handgepäck Stücke mitnehmen kann.

und dann ging es auch schon zum Flughafen, Check in, Gepäck aufgegeben und ab in den Flieger.

Über den Indischen Ozean ging es wieder nach Dubai. Nach ein paar Stunden waren wir dann wieder fast über Land.

Auf einmal ist ganz viel Sand und Wüste unter uns.

und dann ist Dubai durch das Fenster zu sehen, auch der Burj Khalifa ist zu erahnen.

Der Flughafen Dubai ist mal wieder beeindruckend. Groß und luxuriös und dann geht es auch schon in der Flieger, einen Airbus A380, nach Frankfurt.

Wir fliegen in die Nacht

Als wir in Frankfurt ankommen, ist es schon dunkel. Jetzt nur noch den Zug erwischen und dann zuhause ankommen. Eine anstrengende, aber tolle Geschäftsreise geht zu Ende.

Mahabalipuram

Sonntag, unser freier Tag, Ausschlafen und dann mit den Kollegen einen Ausflug machen. Es ging nach Mahabalipuram, einem Ort etwa 40km südlich von Chennai mit vielen archäologisch interessanten Tempeln. Für die Fahrt haben wir gut eine Stunde gebraucht und das, obwohl die Straße sehr gut ausgebaut ist und waren erst am Nachmittag da.

Das Relief heißt Arjunas Penance und stellt die Geschichte Kiratarjuna aus dem Mahabhartha Epos dar. Elefanten und Menschen. Überall stehen Infotafeln in drei Sprachen, Hindi, Tamil, Englisch. Bei den ersten beiden Sprachen muss ich passen.

Dann geht es weiter zu Krishnas Butterball, einem Granitfelsen der auf einer abschüssigen Stelle absolut sicher steht. Die englischen Kolonialherren wollten ihn aus Sicherheitsgründen Anfang des 20. Jahrhunderts entfernen, aber der Stein hat sich nicht bewegt und liegt heute noch da.

Natürlich ist so ein Stein Anziehungspunkt für viele interessante Bilder, besonders wenn die Perspektive passt, sieht es so aus, als ob man den Felsen auf Schultern trägt… Ich habe ihn einfach in einer Hand gehalten.

Dann ging es weiter, denn auf diesem Gelände sind noch viele weitere Tempel.

Der nächste Tempel ist Ganesha Ratha ist Shiva gewidmet. Er ist aus dem Granit Felsen herausgeschlagen.

Zwischen den Tempeln geht es über Treppen weiter nach oben, zwischen üppiger Vegetation und einigen direkt aus dem Stein gehauenen Tempeln. Die Kollegen haben nur gemeint, dass man die besser nicht so genau anschauen sollte, denn viele Fledermäuse und ihre Hinterlassenschaften sind in diesen Tempeln… Gut dass der Geruch nicht im Internet und Bildern übertragen wird.

Wir nähern uns der höchsten Stelle, die Sonne nähert sich schon sehr dem Horizont und der Staub in der Luft lässt sie wunderbar rot erscheinen. Und dann kommen wir zu einem unvollendeten Tempel, dem Royagopuram

Alles ist aus Granit geschlagen und die Details sind beeindruckend. Wie der Tempel wohl ausgesehen hätte, wenn er fertig geworden wäre?

Zu dem Leuchtturm kommen wir noch, können aber nicht mehr hoch, weil er um 17 Uhr schließt und wir leider ein paar Minuten zu spät sind. Ein Kollege ist da ganz froh darüber.

Und dann ist da natürlich die Natur, die so üppig wächst. Dieser große Baum ist ein Neem Baum und als meine indischen Kollegen erklären wollten, war er alles kann habe ich sie überrascht, weil ich Neem Baum Öl aus der Gärtnerei meiner Eltern kenne und über die hilfreichen Eigenschaften gut bescheid weiß. Klugscheißer sterben eben nie aus.

Der nächste aus dem Stein geschlagene Tempel und oben auf dem Fels ein Turm und ehemaliger Wachturm.

Gleich gehen wir da hoch und genießen die Aussicht. Der Weg führt über eine in den Felsen geschlagene Treppe rund herum hoch.

und wenn man von Oben runterschaut, sieht es dann so aus

Aber der Blick in die Ferne ist auch ganz hübsch. Am Horizont, im Dunst ist das Meer zu erkennen.

und damit haben wir diesen Tempelbezirk verlassen und wollten weiter zu den Pancha Rathas. Unser Fahrer holt uns ab und muss natürlich auf andere Verkehrsteilnehmer aufpassen.

Kurz vor Sonnenuntergang sind wir bei den Pancha Rathas angekommen und am Kassenhaus wurde uns gesagt, dass in 15 Minuten geschlossen wird, also mussten wir im Eiltempo durchlaufen und anschauen, was ging.

Zum Schluss kam ein Offizieller und hat uns freundlich aber bestimmt rausgeworfen… zurück ins Auto und dann ging es im Dunkeln zum Tempel am Strand. Zum Strand selber sind wir nicht, aber wir konnten das Meer im Dunkeln sehen, die Lichter entlang des Ufers und das Rauschen hören.

dann waren wir am Tempel am Strand angekommen. Im Dunkeln wunderbar angestrahlt und so viele Menschen die ihn besuchen. Es ist auch einer der ältesten Tempel im Süden von Indien.

Es ist zwar erst halb acht, aber so nah am Meer ist es nach Sonnenuntergang einfach gleich Dunkel.

Es hieß, dass es noch eine Lightshow geben soll. Die kam nicht, aber die Beleuchtung des Tempels so im Dunkeln fand ich schon toll genug. Und vor allem waren so viele Menschen da.

Damit ging unser Ausflug auch schon fast zu Ende. Wir sind noch durch die verschiedenen Stände in der Nähe geschlendert und haben geschaut, was es hübsches gibt. Allerlei interessante Souvenirs und auch viel Krimskrams.

Auf dem Rückweg haben wir noch bei einem Imbiss angehalten und ich habe mich auf die Empfehlungen meiner Kollegen verlassen. Frisch gepresster Granatapfel und Orangensaft. Extrem lecker. Eine kurze Raucherpause für die Kollegen und dann waren wir schon auf dem Weg zurück ins Hotel.