Ostsee meets Nordsee

Der Wetterbericht für heute war vielversprechend. In der Früh sonnig, dann ein kurzer Schauer und Nachmittags wieder hübsch. In Skagen war nur ein Kreuzfahrtschiff angesagt, also ging es nach Grenen, dem nördlichsten Punkt Dänemarks. Festland wohlgemerkt, Svalbard und Grönland sind deutlich nördlicher, aber da währe die Anfahrt etwas komplizierter geworden.

Der Morgen war toll, ein wunderbarer sonniger Morgen. Noch mal kurz zum Strand und schauen, was sich auf dem Meer so tut und es waren schon einige graue Wolken zu sehen. Das war also der angekündigte Schauer. Den habe ich also abgewartet und bin dann los gefahren.

Tanken, weil der Sprit hier seit der Ankunft günstiger geworden ist. Noch immer teuer im Vergleich zu Deutschland, aber irgendwann musste es sein. Übliches Vorgehen – Kreditkarte an der Zapfsäule anhalten, Tanken, Quittung und tschüss…

Nach ungefähr einundhalb Stunden Fahrt mit einigen Regenschauern – die nicht angekündigt waren – bin ich dann in Grenen angekommen. Am Parkplatz erst noch versucht mit Kreditkarte zu zahlen aber das hat nicht geklappt. Aber es gibt noch die Easy Park App, die ich mir bei dem letzten Aufenthalt in Dänemark installiert hatte. Da konnte ich buchen und entspannt den anderen Leuten in der Schlange vor dem Ticketautomaten zuschauen.

Ein Bunkerrest dient als Aussichtspunkt mit Blick nach Skagen und auf die andere Seite dann der Blick an die Landzunge, das Ende Dänemarks

Eine Menge Menschen die da auch hin wollen und der Himmel ist alles andere als strahlend Blau Weiß, ein paar fiese graue Wolken hängen da noch herum. Also gehe ich den Strand entlang und habe immer einen Blick nach oben und nach unten, damit ich nicht ins Wasser tappe.

Solange es trocken bleibt, ist doch alles gar nicht so schlecht. Die Sonne spitzt durch ein paar Wolkenlücken hindurch. Natürlich muss man die etwa 2 – 3 km nicht selber laufen, wenn man nicht möchte, es gibt auch ein Traktor Shuttle.

und im Hintergrund ist die Princess of the Seas zu sehen. Als ich am Strand entlang gegangen bin habe ich ein lautes Horn gehört und mir gedacht – last call, alle Gäste an Bord – und so war es dann auch. Deswegen waren auch hier keine der etwa 2500 – 3000 Gäste am Strand.

Aber eigentlich bin ich ja nicht wegen dem Schiff her gekommen, sondern um zu sehen wie sich Nordsee und Ostsee treffen. Wellen von Links, Wellen von Rechts, in der Mitte eine Sandbank…

Die grünlichen Wellen sind von der Nordsee, die etwas bräunlicheren rechts sind die Ostsee. Und am Horizont im Norden ist eine dicke fette graue Wolke, der man schon ansieht, dass da viel Wasser runter kommt.

Aber beim Blick nach links – zur Nordsee ist nichts davon zu sehen. Strahlend blau, hübsch, nett.

und beim Blick nach rechts zur Ostsee, genau das selbe. Hübsch, nett. Das Wetter ist einfach sehr spannend hier an der See.

Jede Menge Menschen die mit diesem Anhänger angekommen sind und sich “Nordsee meets Ostsee” auch anschauen möchte.

Allmählich mache ich mich auf den Weg zurück, am Trecker Taxi vorbei – einfache Fahrt 25 Kronen – ich laufe lieber, noch bin ich nicht fußlahm oder faul.

Beim Blick zurück nach Süden zum Leuchtturm überlege ich mir fast, ob ich nicht doch fahren sollte. Wenn ich das gemacht hätte, dann hätte ich ein tolles Bild nicht machen können.

Wenn man vom Strand nur ein paar Meter in die Dünen geht, ist auf einmal Stille, die Brandung ist nicht mehr zu hören, es sind keine Menschen zu sehen und jetzt wo mich die Sonne anlacht, sieht es fast aus wie in der Südsee. Ein Träumchen.

Tap Tap Tap. Das sind noch Hundespuren, die sind nicht von mir. Die Landspitze ist ein 3 Quadratkilometer großes Naturschutzgebiet. Die Dünen werden gehegt und gepflegt und das sieht man auch. Alles sehr hübsch.

Ich komme zurück und der Himmel wird immer dunkler. Sieht so aus, als ob es bald regnen würde. Also flott zurück aber nicht ohne einen Blick zurück zur Landspitze.

Dann noch der Blick zum Parkplatz, wo Busse, Wohnmobile und PKWs stehen.

Mittendrin ein Kiosk und die Zeit reicht gerade noch für einen Kühlschrankmagneten und ein Softeis und dann fängt es auch schon an zu regnen.

Das Eis schlecke ich im Auto, höre zu wie der Regen auf das Autodach prasselt, sehe Menschen wie sie zu ihren Autos laufen und beschließe dann, dass ich jetzt genug gesehen habe, genug Menschen um mich hatte und zum Campingplatz zurück fahre.

Einundhalb Stunden später, strahlender Sonnenschein. Einfach nur da sitzen, dem Meer zuschauen und den Abend kommen lassen. Heute wird es wieder einen tollen Sonnenuntergang geben.