Der Wetterbericht hat für die nächsten Tage kein sehr gutes Wetter gemeldet. Es sollen immer wieder Schauer kommen. Und wenn ich den Sonnenuntergang am Knude Fyr sehen möchte, sollte ich das heute noch machen.
Da die Sonne hier aber erst nach 22 Uhr untergeht habe ich noch genug Zeit, nach meinem Spaziergang am Strand noch zu Essen und ein wenig Mittagsbubu zu machen. Alter Mann braucht Ruhe.

Der Knude Fyr ist ein Leuchtturm der eine im wahrsten Sinne bewegte Geschichte hinter sich hat. Er steht auf einer Wanderdüne die im Laufe der Jahre weiter ins Landesinnere gewandert ist. Die Küstenerosion hat das ihre getan und so wäre er beinahe ins Meer gestürzt, wenn der Turm nicht um 70 Meter landeinwärts verschoben worden wäre.

Jetzt ist es nicht so, dass er noch im Dienst wäre, aber als Wahrzeichen musste er erhalten werden. Vom Parkplatz aus sind es noch knapp 2 Kilometer zur Düne, dann über den Sand zum Turm und die vielen Stufen nach oben, um die Aussicht zu genießen.

Irgendwo da hinten am Horizont liegt der Campingplatz.

und in die andere Richtung sind die Sanddünen Klippen zu sehen. Ein Stückchen weiter ist schon wieder alles grün.

Schlösser mit Liebesschwüren, oder zum 20. Besuch oder aus welchen Gründen auch immer die Menschen ihre Schlösse hier aufhängen. Natürlich sind auch reichlich Aufkleber da. Der ovale gelbe – “Nett hier…” darf natürlich nicht fehlen.

Noch ein Blick auf die Sandklippe, die an dieser Stelle mit 28 Metern ihre höchste Erhebung hat. Sandstrand, Klippe, Wanderdüne. Auf jeden Fall durch Wind, Wetter, Wellen und Erosion sehr dynamisch.

Ich erkunde die Gegend und suche mir den besten Platz für ein schönes Foto zum Sonnenuntergang. Leider war ich zu ungeduldig und bin viel zu früh her gekommen. Es ist erst acht Uhr und ich habe noch zwei Stunden Zeit.

Ich sitze also hier, im größten Sandkasten Dänemarks warte das die Zeit vergeht und beobachte die Menschen, wie sie kommen und gehen. Es wird ruhiger und es werden weniger Menschen.

Die Schatten werden lang und länger, die Spuren im Sand sind jetzt schön zu sehen. Und Spuren sind überall. Ich muss an meinen Urlaub in der Mongolei an der Khongoryn Els denken, dieser riesigen Sanddüne. Die Stimmung ist ähnlich, wenn auch mit deutlich mehr Menschen.

Die Sonne wandert langsam aber sicher weiter und sinkt, das Licht wird wärmer und weicher und die ersten Gruppen kommen zum Sonnenuntergang.

Neben mir sind noch ein paar Menschen, die mit der Kamera auch den Sonnenuntergang hinter dem Leuchtturm festhalten wollen. Wir wundern uns nur über die Gruppe die da an der Klippe steht. Entweder sie fotografieren den Leuchtturm, oder sie fotografieren den Sonnenuntergang aber beides geht nicht. Warum macht man sowas?

Die Sonne sinkt immer tiefer, ich mache immer wieder Testaufnahmen und weiß, dass ich dann später unheimlich viele Aussortieren werde. Das selbe Motiv dutzende male.

Jetzt ist die Sonne offiziell untergegangen, das letzte Abendrot leuchtet noch am Horizont. Die Fotos sind gemacht und es wird allmählich ganz schön frisch, jetzt wo die Sonne weg ist. Wir packen zusammen und machen uns auf den Weg zum Parkplatz.

Ein Blick zurück, die Spitze des Leuchtturms ragt über die Sanddüne hinaus. Das Licht der blauen Stunde zaubert eine schöne Stimmung.

Am Weg entlang, drehe ich mich noch ein paar mal um, um den Turm noch aus der Ferne zu fotografieren und entdecke dann, am Wegesrand einen vom Winde verwehten Baum, der sich schön gegen das Abendrot abzeichnet.

Es ist 23 Uhr als ich am Parkplatz ankomme, aber dunkel ist es noch nicht. So ist das im Norden im Sommer. Auf dem Weg zum Campingplatz kommen mir kaum Autos entgegen und in den Fenstern brennen Lampen. Ich freue mich darauf in meinem Wohnwagen ins Bett zu fallen und gut zu schlafen.