Wie wird das Wasser heute?

außer nass natürlich. Warm, kalt, wird es Wellen haben oder so gar keine? Klingt jetzt komisch, aber bis jetzt war es am Strand jeden Tag ein wenig anders. Je nachdem, wie die Nacht war, ob es geregnet hat oder nicht war die Ostsee kühler oder wärmer.

Heute war es warm und die Wellen hatten schöne Schaumkronen. So zum Schwimmen ist das ein bisschen blöd, wenn einem das ins Gesicht schwappt. Da hatte ich gestern mehr Spaß, als das Wasser so platt wie ein Spiegel da lag.

Das schöne hier am Campingplatz ist, dass ich nur einmal durch die Dünen muss und dann schon am Wasser bin. Also einmal am Vormittag ins Wasser, dann einkaufen und auch noch ein Eis essen.

Das hier auf Møn ist eine besondere Eisdiele – frisch von der Kuh gleich in die Eismaschine. Ein Hofladen der anderen Art mit leckerem Eis. Salted Caramel, Caramel Licorice, ja ich habe mich tatsächlich an Lakritzeis gewagt. Solange es nicht Salzlakritz ist, ist alles fein.

Na jedenfalls hatte ich eine Menge zu tun, das leckere Eis zu verputzen. Danach ging es noch einkaufen. Ein wenig fürs Abendessen, etwas fürs Frühstück und etwas zum Mitbringen, denn mein Urlaub geht allmählich zu Ende.

Postkarten sind auch noch so ein Thema. Ich habe ja immer Karten geschrieben, doch diesmal wird es keine geben. Drucker geht, Technik passt, aber Dänemark ist in der Neuzeit angekommen und kaum jemand schreibt noch Briefe oder Karten, dementsprechend ist das Porto verflixt hoch. Irgendwas um die 4 – 5 Euro je Karte…

und damit ich noch was von der Ostsee habe, gehe ich gleich noch eine Runde schwimmen.

Møns Klint

so heißen die Kreidefelsen hier. Die Klippen von Møn und eine der Natursehenswürdigkeiten in Dänemark. Wer schon einmal auf Rügen war, dem wird das hier sehr bekannt vorkommen. Sind doch diese Kreidefelsen und die auf Rügen geologisch aus der selben Zeit. Sie sind hier jedoch etwas größer und schöner – oder liegt das nur daran, dass ich die Kreidefelsen auf Rügen im Regen erlebt habe?

An den Klippen angekommen, gibt es ein Besucherzentrum, dass die Geologie der Klippen erklärt und für Kinder gibt es natürlich Dinos – war ja zu der Zeit. Ich bin aber gleich weiter und erst mal etliche Stufen nach oben, um dann den Weg entlang des Randes zu gehen…

… beschattet von einem wunderschönen Wald von großen Buchen. Auch eine Ähnlichkeit zu Rügen. Allerdings sind hier die Klippen deutlich höher und die Menschen die am Strand entlang laufen sind von hier oben winzig.

Von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt geht es weiter und jedesmal ist die Aussicht ein bisschen spektakulärer und beeindruckender.

Dann wieder ein Blick aus dem Schatten heraus aufs Meer. In der Ferne konnte man im Dunst einen Windpark mit vielen Windrädern erahnen.

An einem Aussichtspunkt konnte ich mich nicht wirklich losreißen…

Dieser eine Baum hält sich mit seinen Wurzeln noch fest, ist aber schon so schief, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis er nachgibt und in die Tiefe stürzt, aber jetzt bietet er einen tollen Anblick.

Kreidefelsen sind eben nicht für die Ewigkeit gemacht, denn Wind und Wetter nagen an dem weichen Stein und formen und verändern ihn. Alte Gemälde zeigen ein ganz anderes Bild und wenn ich in ein paar Jahren wieder hierherkomme, wird es vermutlich auch ganz anders ausschauen.

Außergewöhnlich ist nicht nur die Klippe sondern auch der stetige Wandel und die helle, fast weiße Farbe. Jetzt hätte ich noch die “längste Treppe Dänemarks” an den Strand gehen können, aber das war mir dann doch zu viel. Der Blick von hier oben war so viel schöner..

Und damit war es das dann auch mit meinem Besuch an den Kreidefelsen von Møn. Zurück zum Campingplatz und an den Strand. Heute war das Meer so viel ruhiger als gestern und vorgestern und auch einiges klarer, aber leider auch um ein paar Grad kälter… Wenn Männer zu Mädchen werden, aber das hat mich nicht abgehalten zu schwimmen. Im Nordpolarmeer hatte ich mich doch auch ins Wasser getraut. (okay nur die Beine)

Und ich stelle fest, dass mein Urlaub allmählich zu Ende geht. Am Freitag geht meine Fähre wieder zurück… Keine Hektik aufkommen lassen.

Ankommen auf Møn

Die Entfernungen in Dänemark sind nicht so groß, vor allem, wenn man sich von Insel zu Insel bewegt also von Sjælland nach Møn fährt. Mein Navi meinte etwas von 2 Stunden. Mit Wohnwagen hinten dran ist das nicht so viel länger, denn Landstraßentempo ist 80, Autobahn 110. Etwas was mir schon bei den ersten Fahrten durch Dänemark aufgefallen ist – das Tempo ist einfach entspannter und ruhiger als in Deutschland.

So bin ich also um halb zwölf in Roskilde los gefahren und gemütlich unterwegs gewesen, als mir eingefallen ist, dass mir in der Früh die Butter ausgegangen ist. Auch Sonntags ist das hier kein Problem, nur fühlt es sich seltsam an, am Sonntag einkaufen zu gehen. Der Supermarkt ist nicht so frequentiert aber es sind doch einige da.

Am Campingplatz angekommen muss ich erst mal aufbauen. Wohnwagen ausrichten, Markise aufstellen, Strom anschließen, Kühlbox aus dem Auto holen und dann den Rest erkunden.

Hier gibt es tatsächlich Eichen, die sich ohne Stamm gleich am Boden verzweigen und wie ein großer Busch aussehen. Das hatte ich auch noch nicht gesehen. Natürlich sind auch ein paar “normale” Eichen mit dabei. Weiter zum Strand durch die Dünen

Da geht es dann quer durch einen Bolzplatz, der aber schon einige Zeit nicht bespielt worden ist.

Die Ostsee lädt zum Baden ein und so bin ich dann auch gleich ins Wasser. Angenehm warm, der Strand, schöner feiner Sand und es geht schön sanft hinein. Ja, hier mag ich es…

Ruhetag, oder so

Heute ist mein letzter ganzer Tag hier im Roskilde Camp. Ein bisschen zur Ruhe kommen, Aufräumen und für die Abreise am nächsten Tag vorbereiten. Und natürlich auch noch mal zum Schwimmen in den Fjord. Und am Abend sollte im Café Live Musik sein – mal überraschen lassen

Fjord heißt nicht, dass links und rechts neben dem Wasser die Berge aufragen, so wie es in Norwegen ist. Ein Fjord ist einfach nur ein Meeresarm, der weit ins Landesinnere geht. Genug Allgemeinwissen vermittelt.

Na jedenfalls war ich sehr überrascht als schon am Nachmittag etliche Muscle Cars angekommen sind und zum bestaunen geparkt haben. Motorhaube auf, damit man natürlich auch den aufpolierten Motor bewundern kann.

Corvette Stingray, Ford Mustang, Buick Electra und noch einige andere hübsche Autos. Und da zeigt sich mal wieder – Männer werden sieben Jahre alt, danach wachsen sie nur noch.

Und auch unterwegs auf der Autobahn habe ich immer wieder schöne alte Autos gesehen. Da verwundert es nicht, dass es einen Radiosender “Vinyl” gibt, der genau die passende Musik dazu spielt. Manch ein Stück, dass ich schon lange nicht mehr gehört habe.

Es war also gar nicht mal so schlecht, dass ich diesen Tag keinen Ausflug geplant hatte. So ist die Sehenswürdigkeit zu mir gekommen. Und der Abend im Café war dann auch nicht verkehrt. Country steht hier offensichtlich auch hoch im Kurs.

Aber das war es dann in Roskilde. Noch mal spät Abends am Strand gesessen, über das Wasser geschaut und die blinkenden Lichter am anderen Ufer beobachtet.

Louisiana Museum of Modern Art

Naja so ganz sicher war ich mir heute früh nicht, was ich heute mache. Also erst mal ins Auto gestiegen und los gefahren. Richtung Norden über die Kronprinzessin Mary Brücke und dann die Landzunge zwischen Roskilde Fjord und Isefjord entlang gefahren. Die Gegend ist sehr ländlich und landwirtschaftlich. Viele Weizenfelder die gerade abgeerntet werden, schöne sanfte Hügel und ein paar kleine Ortschaften. Naja teilweise auch einfach Häuser entlang der Straße aber bei den Tempolimits hier – zwischen 60 und 80 ist das ja kein Problem.

Ich hatte mir gedacht, dass es dort eine Fähre geben muss, und so war es auch. Klein aber fein hat sie mein Auto und mich über den Fjord getragen und ich bin weiter gefahren bis mir auf der Karte “Kattegatt” angezeigt wurde. Also Nordsee, Wasser, Dünen… Aber die Füße wollte ich mir nicht wirklich nass machen.

Habe ich wirklich Nordsee geschrieben? Meine Erdkundelehrer würden sich für mich schämen. Nord- und Ostsee treffen sich am nördlichsten Punkt von Dänemark in Hirtshals und das ist westlicher und nörlicher als ich es bin – also ganz klar hier ist die Ostsee!

Unterwegs habe ich dann eine schöne typische Kirche gesehen. So wie sie, sind viele Kirchen hier. Manche nur in Backstein, manche weiß verputzt aber alle mit so einem hybschen Turm.

Und dann war es auch schon nicht mehr weit zum Museum. Das Louisiana Museum of Modern Art ist nicht sehr groß aber fein und hat auch einen schönen Garten mit Skulpturen. Kunst ist jetzt sehr subjektiv und bei manchem habe ich mich echt gefragt – ist das Kunst, oder kann das weg – womit ich mich zumindest teilweise als Kunstbanause oute.

Mit ein wenig Schmuzeln habe ich dieses Schild gelesen, aber es waren in der Tat auch viele Kinder mit ihren Eltern da. Wer das wen mitgenommen hat, weiß ich nicht.

Ich schreibe jetzt nicht dazu, welches Kunstwerk von wem ist, für mich war der Eindruck wichtig, und ob mich das gezeigte auch anspricht oder berührt. Die Gedanken “Was will der Künstler damit ausdrücken” habe ich mir ganz bewusst nicht gemacht. Ich finde Kunst muss einen im Inneren ansprechen und bewegen, dann ist sie richtig.

Teilweise schwierig zu fotografieren, denn Blitzen ist tabu. Und manche Installationen sind bewegt oder mit Ton und das klappt mit einem Foto so gar nicht.

Beeindruckend war auch eine Installation mit einem Raum, rundum verspiegelt und mit vielen kleinen Lichtern beleuchtet. So muss sich die Unendlichkeit anfühlen.

Was mich überrascht hat, waren Werke von Andy Warhol. Die Marilyn Kollage und auch die Dossensuppen Kollage.

Es gab noch so viele Werke und so vieles zu bestaunen, bewundern und erleben, aber dann bin ich wieder raus in den Park.

um den Blick vom Café auf die Schwedische Seite des Sundes und einen Espresso zu genießen.

Im Cafe habe ich dann die unterschiedlichsten Sprachen gehört, Französisch, Italienisch, Spanisch, Baierisch – die mich auf englisch angesprochen hatten… und noch einiges mehr.

Dem Bild hier ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen…