Andøya Space Center

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur heute eben keinen Sonnenschein. Also was tun? Hier in Andøya gibt es ein Space Center. Von hier werden Raketen zur Erforschung des Polarlichtes und der oberen Atmosphäre abgeschossen und die Ergebnisse gesammelt.


Leider hat das Besucherzentrum wegen Umbau bis 2020 geschlossen und ich konnte „leider“ nur eine geführte Tour durch die echten Räume machen. Das war für mich deutlich spannender als vorbereitete Inhalte zu sehen. Also habe ich die Tour gebucht. Außer mir ist dann niemand gekommen und so hat die nette Studentin mich alleine durch das Gelände geführt. Erst mal gab es einen Film über das Nordlicht und die Forschung dazu, dann ging es los.

Erst waren wir in Mission Control, wo alles zusammenkommt, dann im Tower, wo das Gelände, die See und der Himmel im Auge behalten werden. Überall gab es Checklisten. Da der nächste Start erst in einem Monat geplant war, waren auch noch keine Wissenschaftler vor Ort. Anfassen durfte ich trotzdem nichts. Die Telemetrie ist dann auch nur ein Raum, der mit Technik vollgestopft ist und natürlich gibt es überall Backup Systeme, falls eins versagt.

Richtig spannend wurde es, als wir zur Abschussrampe gekommen sind. Hier ist die Rampe, die 1962 für den ersten Start einer Rakete verwendet wurde. Dann kam die Rampe für die Studentenprojekte, und die für die NASA und da hinten, ist unsere große Startrampe. Natürlich in einem Gebäude, wettergeschützt, aber man sieht deutlich wie das Dach zur Seite fahren kann, damit die Rampe mitsamt der Rakete aufgestellt wird.

Startrampe für Raketen bis 30to

Die Schmauchspuren an den Wänden zeigen deutlich, dass hier schon mehr als eine Rakete gestartet ist. In einem feuersicheren Kasten am Sockel der Rampe ist noch eine Notbedienkonsole mit der nächsten Checkliste. Die sah allerdings etwas angekokelt aus.

Bei der Frage nach Unfällen, hat sie erzählt, dass es hier wohl schon den einen oder anderen Fehlstart gab. Eine der Studentenraketen hat die nahe gelegene Bergwand getroffen, statt in den Himmel zu fliegen. Und durch den einen oder anderen Startabbruch sind schon brennende Trümmer runter gefallen und haben für Feuer gesorgt. Spannende Sache das.

Ich fand es jedenfalls sehr spannend, dass ich wirklich überall hin durfte und mir auch alles anschauen durfte. Die Norweger sind halt in allem etwas entspannter.