Im Wikingermuseum

Nach dem Ruhetag gestern, wollte ich heute etwas sehen. Da das Wetter noch immer nicht so mitspielt und es kühl, regnerisch und wolkenverhangen ist, sollte es nix in der Natur sein. Also erst mal orientieren, wohin es gehen soll.

Meine Wahl fiel auf das Wikingermuseum in Borg. Dort wurde in den 80er Jahren beim Pflügen das bislang größte Wikingerlanghaus entdeckt. Die Wikinger hier im Norden waren wohl bedeutender als man angenommen hatte. Das Museum ist toll – nicht nur die originalen Fundstücke sind zu sehen, das Langhaus selber ist rekonstruiert worden und das Leben damals als Fürst war echt nicht schlecht.

Wikinger Langhaus in Borg

Nach dem Museum war noch so viel vom Tag übrig, also wollte ich auf gut Glück mal eine der Nebenstraßen probieren. Es ging Richtung Unstad. Erst mal über eine kurvige Strecke schön rauf und runter, dann durch einen Tunnel und auf einmal war ich in einem Tal, das sich nur zur See öffnete. In dem kleinen Ort waren auch noch ein paar Surfershops, also eher nix für mich, aber die Brandung und der Strand waren dann doch toll.

Strand von Unstad

Ruhetag

Nach den letzten Tagen im Auto und den vielen gefahrenen Kilometern muss auch mal eine Pause sein. Meinen Campingplatz habe ich mir angeschaut, ein paar nette Gespräche mit den Nachbarn geführt und dann meine Bilder sortiert und mein Reisetagebuch geschrieben.

Trotzdem konnte ich es dann doch nicht lassen, mir wenigstens die nähere Umgebung anzuschauen und Fotos zu machen.

Brücke über den Gimsøystraumen

Wenn die Sonne scheint, entsteht auf den Bildern fast so was wie karibisches Flair. Gut dass man die 10° nicht sieht, aber immer noch besser als die 35° zuhause.

Am Camping Anleger

Endlich auf den Lototen

Vom Polarkreis waren es noch etwa 270 km bis nach Skutvik. Von dort ging die Fähre nach Svolvær auf den Lofoten. Bis Fauske war die E6 gut zu fahren, es gab kaum größere Steigungen und es kamen die, in Norwegen schon fast obligatorischen Tunnel.

In Fauske geht die Hauptstrecke der Lofotentouristen Richtung Bodø, um von dort die Fähre nach Moskenes zu nehmen. Ich hatte das ursprünglich auch so geplant gehabt. Irgendwann habe ich dann überlegt komplett über Land zu fahren, was mich dann bis Narvik geführt hätte. Skutvik war so die goldene Mitte. Eine kurze Fährüberfahrt und vor allem abseits der Hauptroute, wo ich noch ohne Reservierung sicher einen Platz auf der Fähre bekommen konnte.

Jedenfalls war ab Fauske die E6 eine echte Berg- und Talbahn mit Tunnels und Brücken und ordentlichen Steigungen, so dass mein Fabia zur Bergziege mutieren musste. Ist aber alles gut gegangen und ich bin um halb fünf am Fährkai angekommen. Der Blick auf den Fährplan hat mir verraten, dass ich noch knapp 2 Stunden bis zur Abfahrt hatte.

Irgendwann kam dann der Mann, der die Fährtickets verkauft hat. Mit seinem tragbaren Terminal und Kartenlesegerät. Erst noch eine kurze Diskussion, ob mein Gespann länger als 10 Meter ist oder nicht und dann hatte ich mein Ticket. 900 NOK für die Überfahrt.

Auf der Fähre dann wieder das selbe Spiel mit dem Einsortieren, erst die Kleinen, dann die Großen und dann ging es los. Die See war etwas unruhig und die Fähre rollte und schaukelte ganz ordentlich. Erst am Oberdeck war es etwas ruhiger.

Nach zwei Stunden überfahrt kamen wir nach Svolvær und das Wetter klarte etwas auf und die Einfahrt in den Hafen hat ein paar schöne Bilder beschert.

Am Polarkreis

Von meinem Campingplatz waren es nur noch 60 km zum „Arctic Circle Center“ und trotzdem hat die Fahrt gedauert, denn ich musste durch eine Großbaustelle – die E6 wird gerade runderneuert. Teile sind schon fertig und da macht das Fahren auch richtig Spaß, aber dann sind da eben noch Teile, die sind so richtig Baustelle und es hat mich da ordentlich durchgeschüttelt.

Am Arctic Circle Center habe ich, wie all die anderen Touristen auch, angehalten, ein paar Fotos gemacht und natürlich auch ein paar Souvenirs gekauft. Außer der geographischen Lage gibt es hier auf dem Fjell sonst nix was sonst besonders wäre.

Die E6 führt über das Saltfjell – das ist eine Hochebene, die sehr karg und kahl ist. Außer Steinen, Moosen und ein paar krüppeligen Weiden wächst nicht viel, aber das kannte ich ja schon von meinem letzten Norwegen Urlaub. Diese Landschaft fasziniert mich immer wieder.

Schweden ade, Norwegen ich komme

Die letzte Etappe hat mich dann so weit in den Norden geführt, dass ich auf meiner geplanten Route nicht mehr weit vom Grenzübertritt nach Norwegen entfernt war. Es waren aber noch immer etliche Kilometer von Öresund nach Mo I Rana.

So ging es denn nun weiter durch die Schwedischen Wälder und Weiten. Die Temperatur war nun etwas gefallen und es waren nur noch 15 Grad, aber bei Sonnenschein war das zum Fahren prima.

Zwischen Norwegen und Schweden zieht sich ein Gebirgsrücken, der auch die Wasser- und Wetterscheide bildet. Während es in Schweden überwiegend sonnig und trocken war, hat mich Norwegen so begrüßt, wie ich es von meinem letzten Urlaub in Erinnerung hatte. Nass und Kalt. Aber ich wollte es ja so.

Kurz hinter der Schwedisch-Norwegischen Grenze

Im Hintergrund die schneebedeckten Berge, über mir Wolkenfetzen, die der Wind so dahin treibt und die Temperatur bei 9° Celsius. Willkommen in Norwegen.

Bis Mo I Rana bin ich dann noch gekommen und habe mir zum ersten mal auf dieser Fahrt einen Campingplatz gesucht. Endlich mal wieder schön warm Duschen und ganz entspannt Geschirr abwaschen. Ein schöner, einfacher Campingplatz direkt an der E6, wo ich dann am nächsten Morgen gleich aufbrechen und weiter fahren kann.