Kloster Børglum

Heute Nacht hat es richtig ausgiebig geregnet, ach was, es hat geschüttet und ich bin davon auch wach geworden. Regentropfen, die an mein Dachfenster klopfen – in dem Fall ans Dach des Wohnwagens. Am Vormittag hat es dann etwas nachgelassen und dann habe ich beschlossen Kloster Børglum zu besichtigen.

Die Klosteranlage besteht seit etwa 1100 und war davor schon ein Königssitz. Der Ort hat nahezu 1000 Jahre Geschichte und sowas finde ich spannend. Vom Campingplatz aus, kann ich die Klosterkirche sehen. Wenn die Sonne scheint, leuchtet sie schön weiß. Heute nicht ganz so.

Im Mittelalter war das Kloster ein Bischofssitz mit einem Dom, denn Børglund war eine der wichtigsten Diözesen in Skandinavien. Heute ist es mittlerweile ein Gutshof und wird von den Besitzern in 6. Generation geführt. Der 7. Generation bin ich in der Kirche über den Weg gelaufen – so von Fotograf zu Fotograf haben wir uns ein wenig unterhalten.

Die Kirche wurde im Laufe der Zeit reduziert. Kirchenschiffe abgetragen, die Apsis eingerissen und das Hauptschiff gekürzt. Renovierungsarbeiten laufen noch, um die Wandmalereien wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen und sind fast vollendet.

Ich bin etwas über den siebenarmigen Leuchter und die grimmig dreinschauenden Engel irritiert.

Dafür ist der Blick zurück Richtung Orgel auch beeindruckend.

Was mir aufgefallen ist, ist der Weg zur Kanzel, dass er so schön abgeteilt ist.

Und dann noch die Taufkapelle die von vielen geschnitzten Putten umrahmt wird. Engelchen für die kleinen Engelchen…

Es gibt aber noch viel mehr zu sehen, als nur die Kirche. Natürlich gibt es hinter der Kirche noch einen Kräutergarten mit einigen Pflanzen die ich kenne, einige die ich nicht kenne und dann auch noch die Apothekerrose. Es ist noch ein bisschen zu früh im Jahr für Blüten, zumindest hier im Norden Dänemarks.

Und dann ging es weiter, denn es gibt noch einiges zu sehen. Die Wirtschaftsräume, eine alte Küche und mehr.

Hübsches blau emailliertes Blechgeschirr

Hier wurde schmutzige Wäsche gewaschen und wieder sauber. Hübsche Unterwäsche, die an der Leine hängt.

Zurück in den Innenhof und schauen, was es noch zu entdecken gibt.

Die Pfützen am Boden sind noch vom starken Regen der Nacht übrig, aber ich merke, wie das Wetter langsam aber sicher besser wird. Der Wind vertreibt die Wolken.

In der Roten Scheune ist eine Ausstellung über den Wandel der Zeit auf Børglund mit einem Verweis auf die Kriegsjahre, denn einer der Vorfahren war in der Resistance und mit einem Blick auf die Zeiten im Kalten Krieg und ein Ausblick auf das was aktuell geschieht. Sowas geht in Dänemark.

Wenn eine Familie über sechs Generationen hier lebt und die Frauen schöne Kleider tragen, kann man sie auch zeigen. Ich denke dass auch andere Exponate mit dabei sind. Auf jeden Fall eine beeindruckende Sammlung.

Brautkleider…

und als ich um die Ecke geschlichen bin, bin ich unversehens in der Werkstatt des Weihnachtsmanns gelandet. Hier ist gerade Pause, aber ich bin mir sicher, dass es in der Vorweihnachtszeit sehr geschäftig ist.

Es türmen sich schon vorbereitete Geschenke

also habe ich mich klammheimlich herausgeschlichen, nicht dass mich der Weihnachtsmann noch erwischt und ich dann zu Weihnachten keine Geschenke bekomme und bin wieder raus.

Links neben der Eiche, knapp außerhalb des Bildes ist noch ein weiteres Gebäude, in dem eine vollständige Kopie des Teppichs von Bayeux ausgestellt ist. Sie scheint recht neu zu sein aber sehr aufwändig gestickt mit der ganzen Geschichte von Wilhelm dem Eroberer.

Damit ging mein Besuch in Børglum zu Ende. Ein interessanter Besuch mit vielen Eindrücken, der mir das Grau in Grau des Himmels ein wenig aufgehellt hat.

Am Campingplatz angekommen haben mich die Nachbarn aus Eisleben angesprochen. So wie man unter Campern eben ins Gespräch kommt. Der Platz scheint in der Vorsaison fest in Deutscher Hand zu sein. Wir haben uns an dem Sitzplatz in den Dünen verabredet, denn der Wind hatte die Wolken sehr gut vertrieben, die Sonne kam raus und die Brandung toste wieder.

Heute Früh hätte ich nicht geglaubt, dass es am Nachmittag so schön werden würde.

Aber man sieht schon, dass die See deutlich mehr Schaumkronen hat und ordentlich Wellen hat. Selbst am Strand sind die Reste der Flut noch zu sehen.

Ein entspanntes Ende eines Tages. Mal schauen, was ich morgen mache.

Ostsee meets Nordsee

Der Wetterbericht für heute war vielversprechend. In der Früh sonnig, dann ein kurzer Schauer und Nachmittags wieder hübsch. In Skagen war nur ein Kreuzfahrtschiff angesagt, also ging es nach Grenen, dem nördlichsten Punkt Dänemarks. Festland wohlgemerkt, Svalbard und Grönland sind deutlich nördlicher, aber da währe die Anfahrt etwas komplizierter geworden.

Der Morgen war toll, ein wunderbarer sonniger Morgen. Noch mal kurz zum Strand und schauen, was sich auf dem Meer so tut und es waren schon einige graue Wolken zu sehen. Das war also der angekündigte Schauer. Den habe ich also abgewartet und bin dann los gefahren.

Tanken, weil der Sprit hier seit der Ankunft günstiger geworden ist. Noch immer teuer im Vergleich zu Deutschland, aber irgendwann musste es sein. Übliches Vorgehen – Kreditkarte an der Zapfsäule anhalten, Tanken, Quittung und tschüss…

Nach ungefähr einundhalb Stunden Fahrt mit einigen Regenschauern – die nicht angekündigt waren – bin ich dann in Grenen angekommen. Am Parkplatz erst noch versucht mit Kreditkarte zu zahlen aber das hat nicht geklappt. Aber es gibt noch die Easy Park App, die ich mir bei dem letzten Aufenthalt in Dänemark installiert hatte. Da konnte ich buchen und entspannt den anderen Leuten in der Schlange vor dem Ticketautomaten zuschauen.

Ein Bunkerrest dient als Aussichtspunkt mit Blick nach Skagen und auf die andere Seite dann der Blick an die Landzunge, das Ende Dänemarks

Eine Menge Menschen die da auch hin wollen und der Himmel ist alles andere als strahlend Blau Weiß, ein paar fiese graue Wolken hängen da noch herum. Also gehe ich den Strand entlang und habe immer einen Blick nach oben und nach unten, damit ich nicht ins Wasser tappe.

Solange es trocken bleibt, ist doch alles gar nicht so schlecht. Die Sonne spitzt durch ein paar Wolkenlücken hindurch. Natürlich muss man die etwa 2 – 3 km nicht selber laufen, wenn man nicht möchte, es gibt auch ein Traktor Shuttle.

und im Hintergrund ist die Princess of the Seas zu sehen. Als ich am Strand entlang gegangen bin habe ich ein lautes Horn gehört und mir gedacht – last call, alle Gäste an Bord – und so war es dann auch. Deswegen waren auch hier keine der etwa 2500 – 3000 Gäste am Strand.

Aber eigentlich bin ich ja nicht wegen dem Schiff her gekommen, sondern um zu sehen wie sich Nordsee und Ostsee treffen. Wellen von Links, Wellen von Rechts, in der Mitte eine Sandbank…

Die grünlichen Wellen sind von der Nordsee, die etwas bräunlicheren rechts sind die Ostsee. Und am Horizont im Norden ist eine dicke fette graue Wolke, der man schon ansieht, dass da viel Wasser runter kommt.

Aber beim Blick nach links – zur Nordsee ist nichts davon zu sehen. Strahlend blau, hübsch, nett.

und beim Blick nach rechts zur Ostsee, genau das selbe. Hübsch, nett. Das Wetter ist einfach sehr spannend hier an der See.

Jede Menge Menschen die mit diesem Anhänger angekommen sind und sich “Nordsee meets Ostsee” auch anschauen möchte.

Allmählich mache ich mich auf den Weg zurück, am Trecker Taxi vorbei – einfache Fahrt 25 Kronen – ich laufe lieber, noch bin ich nicht fußlahm oder faul.

Beim Blick zurück nach Süden zum Leuchtturm überlege ich mir fast, ob ich nicht doch fahren sollte. Wenn ich das gemacht hätte, dann hätte ich ein tolles Bild nicht machen können.

Wenn man vom Strand nur ein paar Meter in die Dünen geht, ist auf einmal Stille, die Brandung ist nicht mehr zu hören, es sind keine Menschen zu sehen und jetzt wo mich die Sonne anlacht, sieht es fast aus wie in der Südsee. Ein Träumchen.

Tap Tap Tap. Das sind noch Hundespuren, die sind nicht von mir. Die Landspitze ist ein 3 Quadratkilometer großes Naturschutzgebiet. Die Dünen werden gehegt und gepflegt und das sieht man auch. Alles sehr hübsch.

Ich komme zurück und der Himmel wird immer dunkler. Sieht so aus, als ob es bald regnen würde. Also flott zurück aber nicht ohne einen Blick zurück zur Landspitze.

Dann noch der Blick zum Parkplatz, wo Busse, Wohnmobile und PKWs stehen.

Mittendrin ein Kiosk und die Zeit reicht gerade noch für einen Kühlschrankmagneten und ein Softeis und dann fängt es auch schon an zu regnen.

Das Eis schlecke ich im Auto, höre zu wie der Regen auf das Autodach prasselt, sehe Menschen wie sie zu ihren Autos laufen und beschließe dann, dass ich jetzt genug gesehen habe, genug Menschen um mich hatte und zum Campingplatz zurück fahre.

Einundhalb Stunden später, strahlender Sonnenschein. Einfach nur da sitzen, dem Meer zuschauen und den Abend kommen lassen. Heute wird es wieder einen tollen Sonnenuntergang geben.

Løkken

Wo bin ich denn hier eigentlich im Norden von Dänemark. Ich war zwar schon ein paar mal im Supermarkt am Ortsrand einkaufen, aber von Løkken hatte ich noch nichts gesehen. Das musste ich ändern.

Ein hübscher Ort mit einer netten Fußgängerzone und klar dabei sich auf die Hauptsaison vorzubereiten die nach Sonnwende in Dänemark beginnt. Es sind aber schon genug Menschen da und ich höre sehr viel Dänisch aber die Touristen sind klar zu erkennen. Sandalen, Shorts, Survival Rucksäcke.

Und es sind auch viele ältere Menschen da. Eben die, die keine schulpflichtigen Kinder haben und außerhalb der Saison Urlaub machen können. Und dann entdecke ich einen Süßigkeitenladen in dem Bonbons gemacht werden.

Da hinten auf den großen geheizten Walzen dreht sich der Klotz Zucker und wird nach vorne hin immer dünner und durch Rädchen weitergezogen, um am Ende von einem Messer abgehackt zu werden.

Jeder darf mal probieren, denn es ist nicht nur Zucker die Bonbons haben alle ihr ganz eigenes Aroma.

Ananas, Vanille, Anis, Erdbeere, Menthol, Lakritz und viel mehr. Bunt und süß, für jeden Geschmack was dabei. Ich mag solche Läden, wo man sieht wie Sachen hergestellt werden.

Nicht wundern – 75 Dänische Kronen sind etwa 10 Euro. Trotzdem nicht billig aber nicht so schlimm, wie es auf den ersten Blick aussehen mag. Jedenfalls habe ich ein bisschen was zum Mitbringen gefunden. Aber dann ging es weiter, denn Løkken hat mehr als nur die Fußgängerzone.

Ein Signalturm aus Zeiten, als es noch keinen Funk gab und den Fischern auf See so Informationen gesendet wurden. Ein Korb – kommt heim, Wetter wird schlechter, Zwei Körbe – Wetter wird schlecht, Rettungsmannschaften benachrichtigt, Drei Körbe – Rettungsmannschaften ausgelaufen. Was die Kanone allerdings in diesem Fischerdorf soll, ließ sich nicht genau klären.

Richtung Strand, durch die Dünen ist noch ein anderer Turm zu sehen und ein hübsches Reetdach Haus. Drum herum Rosenhecken die jetzt nett blühen und einen schönen Duft verströmen.

Da vorne liegen die Fischerboote an Land gezogen und die lange Mole die ins Wasser reicht. Durch die Dünen erreiche ich die Boote und fühle mich fast wie in der Karibik.

Blauer Himmel, weißer Sand, türkisfarbenes Meer. Nur die Temperaturen sind nicht karibisch. Die Sonne scheint vom Himmel herab aber der Wind sorgt schon dafür, dass einem nicht zu warm wird.

Mehr von diesen Fischerbooten und die Spuren im Sand zeigen, dass sie wirklich genutzt werden und nicht nur Deko sind. Es gibt einige Warnschilder über Seilwinden und dass es gefährlich ist, wenn sie in Betrieb sind. Løkken scheint also immer noch ein Fischerort zu sein,

aber auch ein Ferienort, denn am Strand entlang stehen etliche Strandhäuschen. Ein paar sind etwas schief, denn der Wind hat den Sand wohl etwas verweht und dafür gesorgt, dass sie schräg stehen.

Die Mole ist neu. Sie wurde im Rahmen eines Projektes wieder in Stand gesetzt um auch für Touristen und Angler nutzbar zu sein. Die Bilder auf den Hinweisschildern zu dem Projekt sind spannend und die Mole war in den 60er Jahren nur ein Brett auf einem Haufen Steine.

Bei so einem Wetter lässt es sich hier aushalten. Die Angel ins Wasser halten und geduldig abwarten, dass was anbeißt. Die Angler hier sahen jedenfalls sehr entspannt aus.

Beim Blick zurück sieht man die vielen Strandhäuschen und ganz am Ende ein paar Autos. Hier in Dänemark darf man den Strand befahren, das finde ich ist was ganz besonderes, vor allem für die lauffaulen oder die die ihre Sachen in so ein Strandhaus bringen wollen.

Über dem Festland bilden sich schon Wolken, das Wetter wird doch wohl hoffentlich heute noch halten. Die Küstenlinie ist klein. Am Anfang sieht man die Strandhäuschen, dann die Bunker die ich schon besucht hatte, weiter hinten dann ist die Klippe an meinem Campingplatz und ganz am Ende, an der Spitze ist der Leuchtturm Knude Fyr in der Sanddüne zu sehen.

Eine sehr schöne Ecke von Dänemark, wie ich finde.

Auf dem Weg zurück zum Auto bin ich dann noch im Tourismusbüro vorbei gegangen und habe geschaut, ob es noch etwas interessantes zu entdecken gibt, aber es ist Vorsaison und die ganzen Veranstaltungen beginnen erst übernächste Woche. So ein Pech aber auch. Auf dem Weg nach Hause, Leergut abgeben, ein paar Kleinigkeiten einkaufen und dann den Tag am Campingplatz ausklingen lassen. Morgen soll das Wetter wieder schlechter werden…

Ruhetag

Der Wetterbericht hatte leider Recht behalten und schon in der Früh war es bewölkt und die ersten Schauer kamen. Ich würde heute also nicht viel unternehmen also konnte ich mich um die kleinen Wehwehchen des Wohnwagens kümmern.

Aber es fing schon mit dem Frühstück an. Brötchen in den Omnia zum aufbacken, die Bialetti auf den Herd aufgesetzt und das Frühstück vorbereitet. Und dann wundere ich mich wieso kein Kaffee kommt. Die Brötchen waren fast fertig aber kein Kaffee, das übliche Geräusch wenn er fertig ist, das Blubbern hat gefehlt.

Und dann viel es mir auf, dass ich vergessen hatte Wasser in die Kaffeemaschine zu tun. Da kann sie lange auf dem Gaskocher stehen, da wird nix flüssiges raus kommen. Also runter vom Herd, das Edelstahl war schon etwas bläulich angelaufen und abkühlen. Die Brötchen waren mittlerweile fertig. Ich hatte mir die Finger verbrannt und es geschafft dann noch mal Kaffee aufzusetzen. Heureka, Frühstück.

Dann den Teppich zusammengerollt, in einer Regenpause ausgeschüttelt und gekehrt. Das Werkzeug geholt und mit dem Schraubenzieher die eine oder andere lockere Schraube festgezogen. Der Wohnwagen passt zu mir.

Ein Türmagnet war abgebrochen. Das Plastik war alt und brüchig, aber ich wusste wo noch einer verbaut war, der nicht so wichtig war. Also die beiden Magneten getauscht. Die Küchentür hält jetzt wieder, die andere Klappe muss ich eben verriegeln, aber die brauche ich nicht so oft.

Zum Essen gab es einen Auflauf, den ich aus Sachen gemacht habe, die in der Kühlbox waren und auch eher weg sollten. Ein Rest geriebener Mozzarella, ein paar Würstchen, etwas Frischkäse… dann kam noch Milch, Ei, Nudeln, Gewürze dazu und ein ganz brauchbarer Auflauf war fertig. Trotzdem mag ich den Kartoffelgratin der Dänen lieber. Den hole ich mir morgen wieder im Supermarkt.

Zwischendurch zum Strand und einen Blick aufs Meer werfen und dann war es das auch schon. Ach ja und den Bericht von Gestern habe ich auch noch geschrieben. Und damit der Bericht nicht ganz ohne Bild ist, der Sonnenuntergang von vorgestern.

Morgen soll das Wetter genauso verregnet werden, also muss ich mir was überlegen, denn so ein Ruhe- oder Wartungstag muss nicht noch mal sein. Hirtshals das Meeresaquarium könnte eine Option sein.

Nordsøen in Hirtshals

Der Tag fing an, wie es der Wetterbericht vorhergesagt hatte. Als ich Frühstück vorbereitet habe hörte ich die ersten Regentropfen aufs Dach klopfen. Deswegen sprach nichts dagegen heute den Ausflug zum Nordsee Aquarium “Nordsøen” in Hirtshals zu machen.

Aber erstmal die übliche Routine, Abspülen, Duschen bevor ich mich dann auf den Weg gemacht habe. Die Fahrt ist nicht weit hat aber trotzdem knapp eine Stunde gedauert. Bei Tempo 80 maximal auf der Landstraße ist das eben so. Der Verbrauch meines Autos dankt es mir und meinem Portemonaie. Und während der Fahrt besserte sich auch das Wetter.

Angekommen. Am Kreisverkehr waren neben dem Nordsøen auch die Fähren mit Fjordline und Colorline ausgeschildert. Es ist hier ganz nah am Fährhafen und über die Dächer hinweg konnte ich eines der Fährschiffe ausmachen.

An der Kasse das Ticket lösen, ein Booklet über die Nordsee, die Fische und was es sonst noch zu sehen gibt mit dazu gekauft und dann ging es erst mal rein. Wie üblich für die Fische angenehmer, etwas abgedunkelt. Ich habe erst mal an den Einstellungen der Kamera gedreht, damit ich wenigstens einigermaßen hübsche Bilder hin bekommen.

Ein kleineres Becken mit typischen Nordsee Fischen. Als ich ankam hatte gerade jemand von Oben Futter reingeworfen und die wilde Jagd ging los.

Man mag es nicht glauben, aber es leben auch Seepferde in der Nordsee. Alle Fische die hier in diesem Aquarium gezeigt werden, leben auch in der Nordsee. Manche Wandern über den Sommer ein und ziehen im Winter wieder in wärmere Gegenden, manche leben dauerhaft da.

So wie dieser Kamerad. Das Becken war sehr dunkel, denn der Hummer lebt auch ziemlich tief. Spannend für mich war ein Relief der der Nordsee zu sehen. Zwischen Deutschland, Dänemark und England ist die Nordsee nicht sehr tief. Irgendwo mittendrin ist die Doggerbank eine Untiefe. Dafür ist dann zwischen Dänemark und Norwegen eine tiefe Rinne mit etwa 700 Metern tiefe. Wieder was gelernt.

und dann war ich schon bei einer der Hauptattraktionen, das große Becken, mit 4,5 Millionen Litern Wasser Fassungsvermögen. So groß, dass auch einige kleinere Schiffswracks als künstliche Riffe und Verstecke für die Hummer und Langusten dienen. Ich war pünktlich zur Fütterung da und schon ging es los und ein Taucher ist ins Wasser gesprungen.

Es gab auch Erklärungen, wie das vor sich geht, warum mit Taucher und nicht einfach von oben rein gekippt wird. Erklärungen auf Dänisch und dann fragte der Guide, ob denn auch Gäste aus dem Ausland da wären – es waren genügend, dass er es auch auf Englisch erklärt hat. Sonst wäre ich ziemlich verloren gewesen.

Um den Taucher bildete sich ein Schwarm von Fischen, die natürlich wussten, was jetzt kommt. Die Kinder saßen wie gebannt davor und schauten mit großen Augen und einigem Gequengel zu.

Und dann ist der Tauchen bis zum Grund getaucht und hat die Fische gefüttert, die eben nicht hoch kommen. Würde man also das Futter von oben rein werfen würden die unten lebenden nichts abbekommen. Und bei der Gelegenheit schaut der Taucher auch noch den Zustand der Fische an, schaut bei den Langusten vorbei und dann ging er auch schon wieder raus.

Hier bekommt man einige Einblicke hinter die Kulissen. Und als ich schon mal da oben war, habe ich mir das geholt, was die Fische gerade hatten – Futter. Aber erst noch ein paar Bilder vom großen Aquarium.

Hier ein Blick auf eins der Wracks… und dann noch aus einer anderen Perspektive.

Aber jetzt, wie gesagt jetzt erstmal in der Cafeteria etwas zu Essen holen.

Den Kaffee konnte ich mir gleich mitnehmen, auf das Essen musste ich noch warten. Lustigerweise hatte ich die 42 bekommen. Ob das die ultimative Antwort ist? Essen oder nicht? Jedenfalls hatte ich einen Platz, bei dem ich das Aquarium von oben beobachten konnte.

Fish and Chips, Kaffee und ein wenig Lektüre mit Blick aufs Wasser. Der Tisch war auch nicht so frequentiert und die meisten Familien mit ihren Kindern waren im großen Hauptraum vor der Küche. Gestärkt und mit neuen Informationen bin ich dann weiter. In einer Stunde sollte die Fütterung der Robben sein.

Der Tunnel unter den Robben Becken. Links die Seehunde, rechts die Kegelrobben. Die beiden Robbenarten, die in Dänemark vorkommen. Und an der Wasseroberfläche habe ich die Regentropfen von unten gesehen. Gut, dass ich im Trockenen war.

Und bei den Kegelrobben war es auch nicht leicht sie zu erwischen, denn die sind ganz schön flott unterwegs.

Jetzt traue ich mich dann doch raus, der Regen hat aufgehört und es wird wieder schön.

Der Blick von Oben auf das Seehundbecken. Das Hellblaue ist der Tunnel, durch den man das Becken von unten sehen kann. Und dann ging es mit der Fütterung auch schon los. Nebenbei wurde ein bisschen Training und Spiele mit den Tieren gemacht, um sie geistig ein wenig zu fordern. Das Becken gibt es sonst nicht her.

Raus aus dem Wasser, rein ins Wasser, hier ein Happen, da ein Happen. Und auch wieder die Erklärungen auf Dänisch und Englisch. Das Becken bietet viele Einsichten und Ansichten und es ist schon spannend die Tiere unter Wasser zu beobachten.

Nach der Fütterung hat sich die Menschenmenge etwas verteilt, die Kinder sind mit ihren Eltern im Schlepptau zum Spielplatz. Ich habe mir das Walskelett angeschaut. Vor der Küste war vor einigen Jahren ein über 17 Meter langer Finnwal gestrandet und gestorben. Obduktion und Untersuchung am Strand und dann das Skelett hier im Oceaneum.

Das muss ein beeindruckend großes Tier gewesen sein. Ein riesiger Schädel und dann die vielen Knochen bis ganz ans Ende. 17 Meter eben.

Als ich dann am Robben Becken vorbei gekommen bin habe ich ein Klatschen gehört und konnte es zuerst nicht einordnen. Wer sollte hier denn klatschen? Eine der Robben hatte sich wohl vollgefressen und auf den Stein in der Mitte gelegt und sich mit der Flosse auf den Bauch geklatscht.

Ich habe erstmal herzlich gelacht. So wie bei uns Menschen, wenn wir uns den Bauch halten. Die andere Robbe ist neugierig vorbei geschwommen und als ich so am Rand gestanden bin, wollte sie wohl was von mir.

Nein, ich habe heute keinen Fisch für dich. Also ich nicht, aber vielleicht die Tierpfleger hier. Die andere Robbe hat sich dann noch mit Robbenyoga versucht.

Und damit habe ich mich dann langsam auf den Weg zum Ausgang gemacht. Noch ein paar der Aquarien angeschaut, einen Blick in die Backstage geworfen. Das sind Becken, wo Fische sind, bevor sie in die großen Aquarien kommen.

Keine Ahnung was das für ein Fisch ist. Ich finde er sieht interessant aus. Schild war keins dran, denn die Pfleger wissen sicher was da in den Becken ist.

Es gab natürlich viele interessante Angebote für Kinder aber letztlich ist das eine Forschungseinrichtung die sehr interessante Arbeit leistet. Das Aquarium zeigt den Menschen, was für Wunder die Natur für uns bereit hält.

Zurück zum Auto, ganz entspannt zurück gefahren. Bevor es auf den Campingplatz ging noch einkaufen. Sonntags haben die Läden zwar auf, aber wenn ich schon unterwegs bin, kann ich das gleich erledigen. Jetzt habe ich dann auch die Supermärkte im Ort alle durch – Super Brugsen, Meny, 365. Leckere Sachen gibt es da.

Und als ich zurück gekommen bin, waren auf einmal neue Nachbarn da. Die Fähre aus Island war in Hirtshals angekommen und ein paar der Gäste sind auch in Løkken am Campingplatz gelandet.