Besuch im Dokuzentrum Reichsparteitag

August 2012 – Sommerferien, strahlender Sonnenschein

Eigentlich sollte man Museumsbesuche an einem regnerischen trüben Tag machen – hier aber auf keinen Fall, denn wenigstens das Wetter muss einen danach aufheitern. Mir ging es jedenfalls so, nachdem ich das Dokuzentzum verlassen hatte.

Vieles was in der Schule über die damalige Zeit gelehrt wird, wird dort mit einem viel größeren Schwerpunkt auf die direkten Auswirkungen auf Nürnberg gezeigt. Massenveranstaltungen als logistische Herausforderung mit den wesentlich einfacheren Mitteln, die damals zur verfügung standen. Ausbeutung und Unterdrückung die durch die dort verkündeten Gesetze legitimiert wurden. All das wird dort lebendig…

Die Zeit des Dritten Reichs übt eine gewisse morbide Faszination auf mich aus. Das Wissen um die Greueltaten macht es abstoßend und schlimm. Was für mich aber weit schlimmer war, dass ich selbst im Laufe des Besuchs von dieser Masseninszenierung und diesem pseudosakralen Getue fasziniert war, dass ich jeden im Volk, der damals verführt wurde und mitgemacht hat verstehen kann. Es wurde vordergründig ein „Wir-Gefühl“ vermittelt das hintergündig zur Machtausübung missbraucht wurde. Mit dem entsprechenden Abstand ist das zu erkennen – in der Situation selbst wohl kaum.

Als Fazit dieses Besuches ziehe ich für mich – es ist gut, diese Erinnerung wach zu halten, damit sie niemand vergisst und vor allem, dass sich so etwas nicht wiederholt, egal wo. Die Erinnerung daran darf aber nicht dazu dienen Schudgefühle zu erzeugen. Wir sollten stolz darauf sein Deutsche zu sein, trotz unserer Geschichter und wegen unserer Geschichte – und genau das bin ich auch.